«Maskenmann»-Prozess: Anträge der Verteidigung abgewiesen

Keine Wende im Fall des «Maskenmanns»: Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat eine Reihe von Beweisanträgen der Verteidigung zu einem möglichen weiteren Verdächtigen am Freitag abgelehnt.

Es existierten keine Hinweise, die einen Tatverdacht gegen den Ex-Polizisten nahe legen, begründete der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs am Nachmittag die Entscheidung.

Die Anwälte des Angeklagten Mario K., der Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen haben soll, hatten zuvor gefordert, erneut in die Beweisaufnahme einzutreten. Eigentlich hatten sie zuvor noch geplant, ihr Plädoyer in dem Indizienprozess zu sprechen.

Die Verteidiger beriefen sich jedoch auf neue Hinweise, die sich aus einem «Tagesspiegel»-Bericht vom Wochenende ergeben hätten. Demnach wurde der Verdacht gegen den Ex-Polizisten vorschnell zu den Akten gelegt. Sein Alibi werde zudem erschüttert durch die Aussagen seiner von ihm getrennt lebenden Frau. Anwalt Axel Weimann forderte deshalb unter anderem, ein DNA-Profil des Ex-Polizisten zu erstellen und mit Tatortspuren abzugleichen. Zudem sollten die getrennt lebende Frau und die aktuelle Freundin des Mannes sowie sein ehemaliger Chef befragt werden.

Das Gericht lehnte das alles ab und blieb damit seiner bisherigen Linie treu. Denn bereits im April hatten die Richter Anträge der Verteidigung zu dem Ex-Polizisten abgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft fordert in dem schon ein Jahr laufenden Prozess wegen versuchten Mordes und versuchten Totschlags lebenslange Haft für den mehrfach vorbestraften Mario K.. Die Nebenklage hat darüber hinaus Sicherungsverwahrung für den 47-Jährigen, der zuletzt in Berlin gewohnt hatte, beantragt. Der frühere Dachdecker soll drei Mal Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen haben. Bei allen Überfällen trug der Täter eine Art Imkermaske.