Frankfurt und Schalke 04 stark verunsichert

Das erste Sonntag-Spätspiel der Bundesliga-Historie war nichts für Fußball-Feinschmecker. Eintracht Frankfurt und Schalke 04 liefern sich beim torlosen Remis vor 43 500 Fans ein Duell auf ganz schwachem Niveau. Die Trainer sehen sich vor allem als Psychologen gefordert.

Frankfurt und Schalke 04 stark verunsichert
Boris Roessler Frankfurt und Schalke 04 stark verunsichert

NACHWIRKUNGEN: Schalke-Trainer André Breitenreiter entschuldigte den schwachen Auftritt seiner Mannschaft mit den Nachwehen des ernüchternden Ausscheidens in der Europa League gegen Schachtjor Donezk. Vor allem die heftige Reaktion der Fans habe tiefe Spuren bei den Spielern hinterlassen. «Für uns war das am Donnerstag eine spezielle Situation. Denn wir haben erstmalig in dieser Saison erlebt, dass wir ausgepfiffen werden. Was nicht gut und auch nicht produktiv ist, wenn am Ende Hohn und Spott dazu kommen. Das ist eine Sache, die steckt in den Köpfen fest», meinte Breitenreiter.

MUTMACHER: Mit dem Punkt konnte Breitenreiter daher gut leben. «Wir haben zumindest zu Null gespielt und eine Reaktion gesehen. Wir sind deutlich mehr gelaufen, haben viele Zweikämpfe geführt und als Mannschaft funktioniert. Das ist ein erster Schritt, um das aus den Köpfen herauszubekommen», lobte er. Dass die Leistung in keiner Weise höheren Ansprüchen genügte, war Breitenreiter jedoch nicht entgangen. «Es müssen weitere Schritte folgen, um das vergessen zu machen», forderte er.

VERUNSICHERUNG: Für Eintracht-Trainer Armin Veh war das torlose Remis die logische Konsequenz aus der Situation beider Teams. Denn auch die seit fünf Bundesligaspielen sieglosen Hessen haben schon bessere Tage erlebt. «Man hat gesehen, dass beide Mannschaften nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzen. Aber das ist so: Wenn du verunsichert bist, kannst du zwar viel darüber reden und eine gewisse Lockerheit im Training reinbringen. Aber im Spiel sieht es dann ganz anders aus. Da hast du Angst, dass du wieder etwas verkehrt machst», erklärte Veh.

PSYCHOLOGIE: Seiner Ansicht nach würden mentale Dinge heute eine viel größere Rolle spielen als früher. «Wenn etwas nicht so funktioniert, wie es vorgegeben wird, und du eine Negativserie hast, ist es heute schon eklatant, dass du die Leistung so gar nicht abrufen kannst. Das hat man bei Schalke gesehen und bei uns auch. Da hilft nur noch ein Erfolgserlebnis. Nur so kommst du da raus», sagte Veh.