Frankreich: Kleinlaster rast in Glühweinstand

Für den schweren Unfall auf einem Weihnachtsmarkt im Zentrum von Nantes ist ein möglicherweise geistig verwirrter Mann verantwortlich.

Frankreich: Kleinlaster rast in Glühweinstand
Marc Roger Frankreich: Kleinlaster rast in Glühweinstand

Er war am Montagabend mit seinem Kleinlaster in einen Glühweinstand gerast. Dabei wurden zehn Menschen verletzt, fünf von ihnen schwer. Der Fahrer verwundete sich anschließend selbst mit neun Messerstichen, wie die Polizei mitteilte. Es war in drei Tagen der dritte folgenschwere Vorfall in Frankreich. Staatspräsident François Hollande hatte daraufhin Regierungschef Manuel Valls aufgerufen, die Vorgänge am Dienstag in einer Sondersitzung der Minister zu erörtern.

Der Pariser Innenminister Bernard Cazeneuve nannte den Fahrer von Nantes einen offensichtlichen Psychopathen, der dabei nach ersten Erkenntnissen ohne politische oder religiöse Beweggründe vorgegangen sei. Auch Valls betonte in einem Europe-1-Interview, es gebe zwischen den drei Vorgängen keinerlei Verbindungen, er verstehe allerdings die Besorgnisse der Bürger. «Wir verharmlosen nichts», beteuerte Valls.

Am Sonntag war in Dijon ein Mann unter «Allah ist groß»-Rufen an fünf verschiedenen Stellen in Passantengruppen gefahren und hatte 13 Menschen verletzt. Dies sei kein religiös begründetes Attentat gewesen, der Mann sei psychiatrisch seit langer Zeit schwer krank, hatte die Staatsanwaltschaft nach ersten Erkenntnissen mitgeteilt.

Im zentralfranzösischen Joué-lès-Tours war am Samstag ein Mann von Polizeikräften erschossen worden. Er hatte mit «Allahu Akbar»-Rufen ein Kommissariat gestürmt und mit einem Messer drei Beamte verletzt. Die französischen Medien berichteten, von Ausnahmen abgesehen, eher vorsichtig über diese Reihe von Aggressionen mit zwei Amokfahrten.