Frankreich und Spanien kämpfen weiter mit Defiziten

Die europäischen Schuldensünder Frankreich und Spanien bekommen nach Brüsseler Einschätzung ihre Defizite nicht in den Griff.

Frankreich und Spanien kämpfen weiter mit Defiziten
Boris Roessler Frankreich und Spanien kämpfen weiter mit Defiziten

Paris werde es bei unveränderter Politik nicht schaffen, wie versprochen im übernächsten Jahr die Maastrichter Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung wieder einzuhalten.

Erwartet werde stattdessen für 2015 eine Neuverschuldung von 3,7 Prozent, teilte die EU-Kommission am Dienstag in ihrem Herbst-Konjunkturgutachten mit. Für Spanien, das 2016 wieder die Drei-Prozent-Marke einhalten muss, wird für das nächste Jahr ein Defizit von 5,9 Prozent angenommen und für 2015 der noch größere Wert von 6,6 Prozent.

Unter dem Strich gehe die Neuverschuldung in der Eurozone zurück, berichtete die Kommission. Die Behörde bekräftigte frühere Vorhersagen, wonach Europa die Rezession hinter sich lässt.

«Die Budget-Konsolidierung und Strukturreformen, die in Europa unternommen wurden, haben die Grundlage für die Erholung geschaffen», resümierte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Die Zahl der Arbeitslosen bleibe aber zu hoch, kritisierte der Finne.

Die Eurozone wird nach Rehns Einschätzung im kommenden Jahr um 1,1 Prozent wachsen, das sind 0,1 Punkte weniger als noch im Frühjahr angenommen. Für das übernächste Jahr sagte er 1,7 Prozent voraus. Für Deutschland wird 2014 ein überdurchschnittliches Plus von 1,7 erwartet, im übernächsten Jahr sollen es dann 1,9 Prozent sein.