Frau des Diren-Angeklagten deutet Missverständnis an

Die tödlichen Schüsse auf den Hamburger Austauschschüler Diren im US-Bundesstaat Montana wurden möglicherweise durch ein Missverständnis ausgelöst. Das deutete die Lebensgefährtin des Angeklagten vor dem Gericht in der Stadt Missoula an.

Nach ihrer Darstellung könnte ihr Mann gedacht haben, sie selbst und das gemeinsame Baby würden von Diren bedroht. Diren war nachts in die offene, aber fremde Garage geschlichen. «Ich habe geschrien, mein Gott, er kommt rein! Ich meinte in die Garage. Vielleicht dachte Markus, ich meine das Haus», sagte die Frau. Ihr Lebensgefährte war nach draußen gestürmt und hatte den 17-Jährigen mit vier Schüssen getötet.

Die Frau widersprach vor Gericht ihrer eigenen Aussage aus der Vernehmung in der Tatnacht im April. Damals sagte sie, Diren habe noch auf Englisch «Nein, nein, nein, nein, bitte!» gerufen. Jetzt erklärte sie, «nach dem vierten Schuss war er nicht mehr in Lage, irgendetwas zu sagen». Sie sei in der Nacht völlig verwirrt gewesen.

Ansonsten war die Aussage der Frau seltsam distanziert zu ihrem Lebensgefährten, der auch der Vater ihres jetzt knapp eineinhalb Jahre alten Jungen ist. Stundenlang berichtete sie fast im Plauderton über die Tatnacht und über den Angeklagten, als sei er nur ein flüchtiger Bekannter und nicht anwesend.

Zuvor hatte sie ausgesagt, dass beide nach zwei Einbrüchen, mit denen Diren nichts zu tun hatte, fast paranoid gewesen seien, alles mehrfach abgeschlossen und sich ständig auf der Straße umgeschaut hätten. Sie konnte allerdings nicht erklären, warum dann in der Tatnacht die Garagentür offenstand. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, das sei eine Falle gewesen, um einen Dieb zu töten.