Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer

Nach der Einführung des Mindestlohns hat sich die Kluft bei den Verdiensten von Männern und Frauen im vergangenen Jahr etwas verringert. Arbeitnehmerinnen kamen auf durchschnittlich 16,20 Euro brutto je Stunde, das waren 21 Prozent weniger als Männer (20,59 Euro) verdienen.

Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer
Tim Brakemeier Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer

Im Jahr zuvor hatte der Abstand noch 22 Prozent betragen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Qualifikation und Art der Tätigkeit werden dabei nicht berücksichtigt. Einer der Gründe könnte die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro je Stunde zum 1. Januar 2015 sein, erklärten die Statistiker.

Eine exakte Bewertung sei mit den Daten der vierteljährlichen Verdiensterhebung zwar nicht möglich. Der stärkere Anstieg der Stundenverdienste von Frauen im vergangenen Jahr gehe aber vor allem auf hohe Zuwächse bei den vom Mindestlohn betroffenen ungelernten und angelernten Arbeitnehmerinnen zurück.

Besonders weit geht die Schere nach wie vor in Westdeutschland auseinander. Dort lag der Verdienstunterschied unverändert bei 23 Prozent. In den neuen Ländern waren es nur 8 Prozent - die Kluft verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr etwas.

Die Einkommen pro Haushalt geht einer Studie der staatlichen Förderbank KfW zufolge immer weiter auseinander. So erhöhten sich die Einkommen der wohlhabendsten Haushalte zwischen 2000 und 2014 um knapp 40 Prozent. Am unteren Ende stieg das verfügbare Einkommen hingegen um lediglich 6 Prozent und damit langsamer als die Verbraucherpreise.

Ein wichtiger Grund für das Auseinandertriften sind der Studie zufolge ungleiche Bildungschancen für Kinder und Jugendliche aus Haushalten mit niedrigen Einkommen.