Freispruch oder lange Haft? Diren-Prozess vor dem Ende

Der Prozess um die Todesschüsse auf den deutschen Austauschschüler Diren im US-Staat Montana geht in die Schlussphase. Heute stehen in der Stadt Missoula zunächst die Schlussplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung an.

Freispruch oder lange Haft? Diren-Prozess vor dem Ende
Chris Melzer Freispruch oder lange Haft? Diren-Prozess vor dem Ende

Danach ziehen sich die zwölf Geschworenen zurück, um ein Urteil zu fällen. Diese Beratungen könnten nur wenige Stunden, aber auch mehrere Tage dauern. Ein Strafmaß verkündet der Richter erst später.

Der unbewaffnete 17-jährige Diren war im April von einem Hausbesitzer erschossen worden, nachdem er nachts in dessen Garage eingedrungen war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Markus K. vorsätzliche Tötung vor. Er habe dem Jungen aus Hamburg-Altona in der Garage aufgelauert, ihn beobachtet und sogar ein Foto gemacht. Zudem habe er bereits zuvor angekündigt, er werde jeden weiteren Eindringling auf seinem Grundstück erschießen.

Dagegen plädierte die Verteidigung im Prozess auf Notwehr. Der 30-jährige K. habe zuvor zwei Einbrüchen erlebt und Angst gehabt. Er sei in der dunklen Garage in Panik geraten und habe gedacht, der Eindringling sei bewaffnet.

In Montana können sich Bedrohte bei Einbrüchen auch auf die «Castle Doktrin» berufen. Diese spricht das Recht zu, als Gegenwehr auch zu tödlicher Gewalt zu greifen.