Friedenspreis für Internet-Vordenker Lanier

Der US-Informatiker Jaron Lanier hat am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.

Friedenspreis für Internet-Vordenker Lanier
Arne Dedert Friedenspreis für Internet-Vordenker Lanier

In seiner Ansprache rief der 54-Jährige zu einem neuen Humanismus auf. Künstliche Intelligenz könne nie mehr sein als ein technisches Hilfsmittel, da der Mensch immer über dem Computer stehe. Das Internet dürfe nicht zur einzigen Plattform der Kommunikation werden, mahnte Lanier und sagte: «Das Buch ist ein Bauwerk menschlicher Würde.»

In seiner Laudatio sagte der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), Lanier erhalte den Friedenspreis «stellvertretend für alle, die diese wichtige Debatte über die digitale Zukunft führen». Der Preisträger stehe in einer großen humanistischen Tradition und erinnere daran, dass der Mensch niemals zum Objekt degradiert werden dürfe.

Der Friedenspreis soll dem Frieden, der Menschlichkeit und der Verständigung der Völker dienen. Er ist mit 25 000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch.