Fronten bei Welthandelskonferenz verhärtet

Angesichts verhärteter Fronten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ist der für heute Mittag geplante Abschluss der 10. Welthandelskonferenz verschoben worden.

Fronten bei Welthandelskonferenz verhärtet
Dai Kurokawa Fronten bei Welthandelskonferenz verhärtet

Regierungsvertreter von mehr als 160 Staaten konnten sich auch in einer Nachtsitzung in der kenianischen Hauptstadt Nairobi nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung für die erste Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Afrika einigen. Ob die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen noch heute zu einem Erfolg führen, sei ungewiss, hieß es aus Delegationskreisen.

Hauptstreitpunkt ist ein von Entwicklungsländern gefordertes Bekenntnis der WTO zur Fortsetzung der sogenannten Doha-Agenda. Die USA und die EU wollen hingegen eine Neuausrichtung der WTO mit Verhandlungen über neue Themen der Globalisierung.

Gestritten wird zudem über ein Abkommen zum Verzicht auf Subventionen für den Export von Agrarprodukten in den Industrie- und Entwicklungsländern.

Die 2011 im Emirat Katar vereinbarte Doha-Runde sollte die Liberalisierung des Welthandels bei gleichzeitiger Förderung der Entwicklungsländer ermöglichen. Ein umfassendes Abkommen dazu wurde jedoch bis heute nicht erreicht. Schwellenländer wie China und Indien wollen den Doha-Prozess dennoch fortsetzen. Er ermöglicht ihnen den Status von Entwicklungsländern mit entsprechenden Vorteilen.