Frontex-Grenzschützer warnt vor Gefahr durch falsche Pässe

Die für die Überwachung illegaler Einwanderung zuständige EU-Grenzschutzagentur Frontex hat vor Gefahren wegen gefälschter oder gestohlener Pässe gewarnt.

Frontex-Grenzschützer warnt vor Gefahr durch falsche Pässe
Nikos Arvanitidis Frontex-Grenzschützer warnt vor Gefahr durch falsche Pässe

«Die großen Ströme von Menschen, die derzeit unkontrolliert nach Europa einreisen, stellen natürlich auch ein Sicherheitsrisiko dar», sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri der «Welt am Sonntag».

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Syrien, Irak und Libyen in mehreren Städten die offiziellen Behörden übernommen und zahlreiche echter Passdokumente erbeutet - der Zeitung zufolge sind es mutmaßlich Zehnttausende.

Der Frontex-Chef sagte, seine Beamten kontrollierten zwar sehr genau, ob Flüchtlinge möglicherweise mit gefälschten oder gestohlenen Papieren einreisten. «Dennoch ist die Aussagekraft von Flüchtlingspässen aus unserer Sicht sehr begrenzt», so Leggeri. In einem Bürgerkriegsland wie Syrien könne schließlich niemand garantieren, «dass die Dokumente, die echt aussehen, auch wirklich von einer offiziellen Behörde ausgestellt wurden oder wirklich von dem rechtmäßigen Inhaber mitgeführt werden».

Bereits im März war berichtet worden, dass der Terrormiliz IS im ostsyrischen Al-Rakka rund 3800 syrische Blanko-Reisepässe in die Hände gefallen. Einen entsprechenden Bericht des Bielefelder «Westfalen-Blatts» hatte das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigt. Unmittelbar Gefahr, dass Terroristen damit nach Deutschland einreisen könnten, bestehe wegen der Visumspflicht nicht, sagte eine Sprecherin damals noch.

Inzwischen sind Flüchtlinge und Migranten in großer Zahl weitgehend unkontrolliert in die EU eingereist.