Frontzecks Lage nach 1:1 in Wolfsburg etwas entspannter

Derby beim VfL Wolfsburg immerhin ein Achtungserfolg.

Frontzecks Lage nach 1:1 in Wolfsburg etwas entspannter
Peter Steffen Frontzecks Lage nach 1:1 in Wolfsburg etwas entspannter

Die Situation bleibt für den 51 Jahre alten 96-Trainer jedoch angesichts des siebten Spiels ohne Dreier und des letzten Platzes in der Fußball-Bundesliga ungemütlich.

Mindestens genauso enttäuschend war die Partie für Frontzecks Kollegen Dieter Hecking, dessen Elf vier Tage nach dem 1:5-Desaster bei Bayern München kein versöhnlicher Sieg und nur ein Treffer durch Bas Dost (40.) gelang. Für Hannover traf in seinem 100. Erstligaspiel der Japaner Hiroshi Kiyotake (57.).

Frontzeck versuchte in Wolfsburg, Gelassenheit zu demonstrieren, und stellte sich trotz der angespannten Lage noch vor dem Spiel einem Sky-Interview, in dem er sagte: «Was um meine Person erzählt wird, lässt mich kalt.» Anschließend erlebte der Coach vor 29 236 Zuschauern den zweiten Punkt seines Teams.

Augenzeuge im Stadion war auch Martin Bader, der am 1. Oktober als Geschäftsführer bei Hannover 96 anfängt und womöglich bald einen neuen Coach suchen muss. Der neben Clubchef Martin Kind sitzende Bader sah, wie sein neuer Club bis zur Wolfsburger Führung mit zwei Vierer-Reihen in der Defensive verteidigte und nach dem Wechsel für seinen Mut und Engagement mit einem Punkt belohnt wurde.

Für die Offensive fast allein zuständig waren im Mittelfeld der quirlige Kiyotake und Stürmer Artur Sobiech, der bei der besten 96-Chance der ersten Hälfte (26.) von Naldo abgedrängt wurde. Die meisten Versuche, nach Balleroberung schnell nach vorne zu spielen, scheiterten jedoch an technischen Unzulänglichkeiten bei Ballannahme und beim Passspiel.

Wolfsburg dominierte das Geschehen und war fast andauernd in Ballbesitz. Der Gastgeber versuchte mit hoher Passsicherheit und vielen Seitenwechseln Lücken zu finden. Dabei war der VfL meist viel zu umständlich. Vor allem André Schürrle suchte auf der linken Seite meistens den komplizierten Weg und schlug seine Flanken zu ungenau.

Oder der Gastgeber scheiterte an Ron-Robert Zieler. Der Nationaltorwart strahlte Ruhe aus, parierte bei den Chancen von Max Kruse (16.), Daniel Caligiuri (22. und 67.) oder Maximilian Arnold (79.). Zieler war klar der beste Hannoveraner und hatte das nötige Glück, als Maximilian Arnold in der Nachspielzeit die beste Chance vergab.

Insgesamt spielte der VfL zu ideenlos. Nur eine Aktion bestach durch ihre Klarheit. Mit einer ganz klassischen Angriffsvariante kam Wolfsburg kurz vor der Pause zur Führung, als Caligiuri von rechts flankte und Bas Dost - von Marcelo und Christian Schulz unbehelligt - per Kopf traf. Der Niederländer musste den Ball für seinen fünften Saisontreffer nur einnicken.

In der zweiten Halbzeit wurde Hannover notgedrungen mutiger und griff die Wolfsburger früher an. Belohnt wurde der Mut durch das schöne Tor von Kiyotake, der einen Pass von Manuel Schmiedebach mit der Brust annahm und mit einem Seitfallzieher ins Netz schoss.