Fünfjähriger stirbt bei Busunglück - Unfallursache unklar

Buchholz (dpa) - Bei einem schweren Busunglück auf der Autobahn 4 bei Erfurt ist am Freitag ein fünfjähriger Junge ums Leben gekommen. 15 Kinder und Jugendliche aus Sachsen, die auf dem Heimweg von einer Schulreise aus Großbritannien waren, erlitten schwere Verletzungen.

Die übrigen 49 Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon. In dem Bus, der nach Annaberg-Buchholz unterwegs war, hatten nach Angaben der Autobahnpolizei 66 Menschen gesessen - Schüler im Alter von 13 und 14 Jahren mit ihren Betreuern und dem Fahrer.

Ob der Unfall auf einen Defekt am Bus oder einen Fahrfehler zurückgeht, war zunächst unklar. Die Polizei erhofft sich dazu nähere Erkenntnisse von einem Sachverständigen sowie Aussagen von Zeugen. Zu dem Unfall soll es gekommen sein, nachdem der Bus einen Lastwagen überholt hatte. Er fuhr dann beim Einscheren eine Böschung hinauf und stürzte auf den Standstreifen der Autobahn.

Laut Autobahnpolizei wurden zwei Schwerverletzte mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser geflogen. Die anderen schwer verletzten Kinder kamen in Kliniken in Erfurt, Weimar und Jena. Alle seien außer Lebensgefahr, teilte die Polizei mit.

Der Bus stammt aus Österreich. Der 35-jährige Fahrer habe sich gegenüber der Polizei zum genauen Unfallgeschehen vorerst in Schweigen gehüllt, sagte ein Sprecher.

In dem Bus befanden sich Schüler der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge, wie deren Leiter Holger Schieck mitteilte. Bei dem Toten handele es sich um den Sohn einer Lehrerin.

In der Schule in Annaberg-Buchholz wurde nach Angaben von Schieck ein Krisenstab eingerichtet. Einige Eltern seien zunächst in der Schule betreut worden. «Andere haben sich auf den Weg nach Erfurt gemacht.» Die Kinder, die nicht ins Krankenhaus mussten, wurden dort in der Rettungswache der Feuerwehr betreut. Dort wurde auch ein Nachtlager hergerichtet. Es stünden Feldbetten bereit, damit die Kinder und Jugendlichen, deren Angehörige nicht zu erreichen sind oder sie am Freitag nicht mehr abholen konnten, übernachten können, sagte ein Sprecher der Erfurter Feuerwehr am Abend.

Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) war noch am Nachmittag an die Unfallstelle geeilt. «Mein Mitgefühl gilt den Eltern des getöteten Jungen und den Familien der Verletzten», sagte er. Sein sächsischer Amtskollege Markus Ulbig (CDU) zeigte sich ebenfalls «fassungslos und zutiefst betroffen». Zugleich dankte er «den Rettungskräften und Seelsorgern aus unserem Nachbarland für die schnelle und umfängliche Hilfe».

Die Autobahn war über Stunden für die Bergungsarbeiten in Richtung Dresden gesperrt. Der Verkehr wurde laut Polizei in Erfurt-Ost auf die Bundesstraße 7 Richtung Weimar umgeleitet.