Fusion: Tengelmann und Edeka beantragen Ministererlaubnis

Die Supermarktketten Tengelmann und Edeka wollen das Veto des Bundeskartellamts gegen ihre Fusionspläne nicht hinnehmen und haben eine Ministererlaubnis für den Zusammenschluss beantragt.

Fusion: Tengelmann und Edeka beantragen Ministererlaubnis
Martin Gerten Fusion: Tengelmann und Edeka beantragen Ministererlaubnis

«Wir sind überzeugt, dass die tatsächlichen gesamtwirtschaftlichen Vorteile unseres Fusionsvorhabens die rein wettbewerbsrechtlichen Kritikpunkte des Bundeskartellamtes weit überwiegen», begründete Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub den Schritt.

Dabei gehe es vor allem um die rund 16 000 Arbeitsplätze bei Tengelmann, sagte Haub. Sie könnten «nur mit der Fusion umfassend gesichert werden».

Das Bundeskartellamt hatte Anfang April Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka die Übernahme von rund 450 Filialen des Konkurrenten Kaiser's Tengelmann untersagt. Bei einem Zusammenschluss befürchtet die Wettbewerbsbehörde Preiserhöhungen und weniger Konkurrenz.

Die Handelskonzerne hatten angekündigt, rasch über ihr weiteres Vorgehen entscheiden zu wollen. Nun setzen sie auf eine Genehmigung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Edeka wollte die traditionsreiche Supermarktkette eigentlich Ende Juni übernehmen. Insgesamt sind in den rund 450 Filialen knapp 16 000 Mitarbeiter beschäftigt. Sie erwirtschafteten zuletzt einen Netto-Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. Beim Bundeskartellamt stießen diese Pläne jedoch von Anfang an auf große Bedenken, da Edeka schon heute mit weitem Abstand die Nummer eins auf dem deutschen Lebensmittelmarkt ist und seine Marktmacht durch den Zukauf noch ausgebaut hätte.

Edeka und Tengelmann hatten deshalb angeboten, rund 100 Filialen aus dem Deal herauszulösen und an andere Einzelhändler zu verkaufen. Für Edeka wäre damit noch ein Paket von rund 350 Filialen geblieben. Dieses Angebot reichte dem Kartellamt jedoch bei weitem nicht aus.

Die Handelsgruppe Tengelmann will sich aus dem Lebensmittelhandel zurückziehen, in dem sie zuletzt nach eigenen Angaben nur noch Verluste machte. Firmenchef Haub hatte bei Bekanntgabe der Verkaufspläne gewarnt, wenn das Geschäft nicht zustande komme, drohe im schlimmsten Fall das Aus für die rund 450 Filialen.