G7-Außenminister beraten in Hiroshima über Krisenherde

Zunächst ohne den in China gestrandeten Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier haben dessen G7-Kollegen heute im japanischen Hiroshima Beratungen über die globalen Krisenherde aufgenommen.

G7-Außenminister beraten in Hiroshima über Krisenherde
Toshifumi Kitamura / Pool G7-Außenminister beraten in Hiroshima über Krisenherde

Im Mittelpunkt stehen der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus, die Konflikte in Syrien und in der Ukraine sowie die Bemühungen um nukleare Abrüstung. 

Steinmeier wurde zum Auftakt des zweitägigen Treffens von einem Beamten vertreten, da sein Flugzeug wegen technischer Probleme nicht planmäßig in China abheben konnte. Daher kommt nach japanischen Angaben auch ein geplantes Vier-Augen-Gespräch mit Japans Außenminister Fumio Kishida am Sonntag wohl nicht zustande.

Japan - das einzige Land, auf das in einem Krieg Atombomben abgeworfen wurden - hofft, neuen Schwung in die Bemühungen um nukleare Abrüstung zu bringen. An diesem Montag wird US-Außenminister John Kerry bei einer Zeremonie vor dem Atombomben-Mahnmal in Hiroshima der Opfer gedenken.

Mehr als sieben Jahrzehnte nach dem Abwurf der Bombe auf Hiroshima ist Kerry das bislang höchstrangige Mitglied einer US-Regierung, das dort Blumen niederlegen wird. Die USA hatten Hiroshima am 6. August 1945 durch den Abwurf der ersten Atombombe zu großen Teilen zerstört. 

Als einziges asiatisches Land in der Runde der sieben großen Industrieländer (G7) will Japan laut heimischen Medienberichten die westlichen Staaten zudem dazu bewegen, sich mehr um die Konflikte im Südchinesischen Meer zu kümmern.

Japan, das mit China um unbewohnte Felseninseln im Ostchinesischen Meer streitet, wolle sich dabei für Anrainerstaaten wie Vietnam und die Philippinen einsetzen, die mit China ebenfalls territoriale Streitigkeiten haben. Peking hatte die G7-Staaten im Vorfeld ihres Treffens aufgefordert, das umstrittene Thema nicht aufzugreifen.