Gabriel auf USA-Reise

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will im Rahmen seiner ersten USA-Reise die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder stärken.

Gabriel auf USA-Reise
Wolfgang Kumm Gabriel auf USA-Reise

Der SPD-Politiker landete am Mittwochmorgen deutscher Zeit in Washington. In der US-Hauptstadt wird er mit Finanzminister Jacob Lew und Vizepräsident Joe Biden zusammentreffen. Eine Rolle dürften auch die schwierigen Verhandlungen zwischen USA und EU über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP spielen. Mit 800 Millionen Verbrauchern soll der weltgrößte Wirtschaftsraum entstehen. Ein Abschluss der Verhandlungen wird bis Ende kommenden Jahres angepeilt.

Durch den Wegfall von Zöllen und anderen Handelshemmnissen soll es mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze geben. Unter anderem in der SPD gibt es aber Vorbehalte - Gabriel hat versprochen, dass es keine Sonderregeln für Unternehmen oder eine Absenkung von Umwelt- und Verbraucherschutzstandards geben soll.

Ein Schwerpunkt der Reise sollen die verbesserten Marktchancen für deutsche Industrieunternehmen sein. Wegen der Förderung von Gas und Öl mit Hilfe der Fracking-Technologie sind die Energiepreise in den USA gefallen. Die gute wirtschaftliche Entwicklung und die wegen der niedrigen Energiepreise zunehmende Reindustrialisierung eröffneten deutschen Unternehmen große Chancen, sagte der Vizekanzler vor der Reise. So verzeichnen nicht nur die Exporte in die USA Rekordsteigerungen. «Auch Direktinvestitionen und Firmenkäufe belegen die herausragende Rolle der USA als Absatz- und Produktionsstandort», so Gabriel.

Deutsche Unternehmen rangierten laut Ministerium mit Aufkäufen in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr hinter Kanada auf dem zweiten Platz beim Engagement ausländischer Unternehmen. Gabriel wird in South Carolina auch ein BMW-Werk besichtigen. Zudem will er am Donnerstag an der Universität Harvard (Boston) eine Grundsatzrede halten. Am Freitag will Gabriel in New York die neue Niederlassung einer Initiative eröffnen, die deutschen Startup-Unternehmen beim Eintritt in den US-Markt helfen soll.