Gabriel verteidigt Koalitionsvertrag gegen Juso-Protest

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat den Koalitionsvertrag gegen massive Kritik der Jungsozialisten (Jusos) verteidigt. «Wir wollen die Menschen, denen wir mit diesem Koalitionsvertrag zu besseren Lebensbedingungen verhelfen können, (...) nicht vier Jahre lang warten lassen», sagte Gabriel beim Juso-Bundeskongress.

Die große Koalition sei keine Liebesheirat. «Aber sie ist die jetzt mögliche Regierungsmehrheit in Deutschland. Und sie ist eine Koalition der nüchternen Vernunft», sagte Gabriel.

Beim Parteinachwuchs gibt es großen Widerstand gegen den Eintritt in eine schwarz-rote Regierung, Delegierte empfingen Gabriel mit Protestplakaten. «Das Ergebnis der Verhandlungen überzeugt mich ganz und gar nicht», entgegnete die neue Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann dem Parteichef. Die SPD brauche Neuwahlen nicht zu fürchten. «Mit einer klaren Machtperspektive Rot-Rot-Grün können wir Menschen begeistern und für einen Politikwechsel sorgen.» Uekermann war am Freitagabend zur neuen Juso-Chefin gewählt worden.

Die bundesweit rund 475 000 SPD-Mitglieder entscheiden derzeit per Briefwahl darüber, ob die Regierung mit der CDU und CSU zustande kommt. Das Ergebnis soll am 14. Dezember verkündet werden.