Gabriel: Werden Flüchtlingspolitik dramatisch ändern müssen

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bewertet die weiter wachsende Zahl von Flüchtlingen als «größte Herausforderung seit der Wiedervereinigung».

Gabriel: Werden Flüchtlingspolitik dramatisch ändern müssen
Gregor Fischer Gabriel: Werden Flüchtlingspolitik dramatisch ändern müssen

«Wir werden unsere Flüchtlingspolitik dramatisch ändern müssen», sagte Gabriel beim Sommerinterview des ARD-Hauptstadtstudios/«Bericht aus Berlin». «Die schiere Zahl, die jetzt kommt, wird uns dazu zwingen, viel mehr zu tun.»

Vor allem müssten die Kommunen entlastet werden, dazu seien eher drei Milliarden als zwei Milliarden Euro notwendig, sagte Gabriel. «Mit aller Härte» müssten Polizei und Justiz gegen Rechtsradikale vorgehen, die aus der Flüchtlingsfrage Kapital schlagen wollten.

Scharfe Kritik übte Gabriel an der Europäischen Union: «Es ist eine Riesenschande, dass die Mehrzahl der Mitgliedsstaaten sagt: Das geht uns nichts an.» Ein Rückfall in ein Europa ohne offene Grenzen hätte «katastrophale Folgen», sagte der Vizekanzler und Wirtschaftsminister.