Gauck fordert mehr Engagement

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen angesichts knapper öffentlicher Kassen zu mehr gesellschaftlichem Engagement aufgerufen.

«Wir werden in Zukunft noch mehr Bürgerinnen und Bürger brauchen, die sich freiwillig für andere einsetzen, auch weil der Staat an finanzielle Grenzen stößt», sagte Gauck am Donnerstag beim Neujahrsempfang zu Ehren engagierter Bürger.

Zu dem Empfang in Gaucks Amtssitz, dem Schloss Bellevue in Berlin, war fast das gesamte Bundeskabinett der großen Koalition erschienen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ sich trotz ihrer Beckenverletzung bei einem Skiunfall die Teilnahme nicht nehmen - und kam auf Krücken. Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt wünschten Merkel baldige Genesung.

Neben mehr als 100 Repräsentanten des öffentlichen Lebens hatte Gauck auch rund 60 Bürger aus allen Bundesländern eingeladen, die sich um das Gemeinwohl besonders verdient gemacht haben. Unter ihnen waren einige Helfer, die sich bei der Flutkatastrophe 2013 engagiert hatten. Die Gäste brachten dem Bundespräsidenten Fotos, Bilder, Bücher und andere Geschenke, oft Dokumente ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

Es gebe in Deutschland zwar viel ermutigendes Engagement, aber «auch erschreckende Gleichgültigkeit», sagte Gauck. Wo sie herrsche, sei ein gutes und vielfältiges Leben kaum möglich. «Und die Demokratie, die doch vom Gemeinsinn lebt, kann dort nicht gedeihen.» Im Osten Deutschlands fehle es an Ärzten und Bäckern, Bussen und Bibliotheken. «Statt aber zu klagen, versuchen viele Bewohner, ihr Leben zu gestalten. Diese Haltung bewundere ich sehr», sagte Gauck.