Gauck spricht in Mannheim über Schutz von Minderheiten

Bundespräsident Joachim Gauck kommt an diesem Donnerstag nach Mannheim, um sich über die Situation der Sinti und Roma und die Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien zu informieren.

Gauck spricht in Mannheim über Schutz von Minderheiten
Wolfgang Kumm Gauck spricht in Mannheim über Schutz von Minderheiten

Unter dem Motto «Zuwanderung gestalten, Minderheiten schätzen und schützen» besucht er zunächst eine Schule in einem Stadtteil, in dem besonders viele Migranten leben.

Später spricht Gauck mit dem Bundesvorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sowie mit dem Landesvorsitzenden Daniel Strauß. Ebenso wie viele andere Kommunen auch fordert Mannheim mehr Geld vom Bund, um die Integrationsarbeit langfristig erhalten zu können.

Ein Sprecher des Zentralrats wertete die Visite des Staatsoberhauptes als wichtiges Signal. «Gaucks Besuch soll dazu beitragen, dass sich die Atmosphäre in Deutschland im Umgang mit Migration ändert», sagte er. «Es sollte ein klares Zeichen des Bundespräsidenten geben, dass die EU-Erweiterung politisch gewollt war und man nicht anfangen kann auszusortieren.»

Mannheim ist eine der Städte, in die besonders viele Menschen aus Bulgarien und Rumänien zuwandern. Nach Angaben der Stadtverwaltung leben offiziell inzwischen rund 6500 Menschen aus den beiden östlichen EU-Staaten hier - plus Dunkelziffer. Bundesweit waren es im vergangenen Jahr 324 000, ein Zuwachs um mehr als ein Viertel binnen eines Jahres. Oft fliehen die Menschen vor bitterer Armut in ihren Heimatländern.