Gauck zu Staatsbesuch in Frankreich

Bundespräsident Joachim Gauck hat einen dreitägigen Staatsbesuch in Frankreich begonnen - den ersten eines deutschen Staatsoberhaupts im Nachbarland seit 17 Jahren.

Gauck zu Staatsbesuch in Frankreich
Wolfgang Kumm Gauck zu Staatsbesuch in Frankreich

Vor dem Invalidendom in Paris wurde der Gast aus Deutschland von Außenminister Laurent Fabius mit militärischen Ehren begrüßt. Im Elysee-Palast traf er am Nachmittag zu einem ersten Gespräch mit Präsident François Hollande zusammen.

Gauck wird von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet. Wichtige Themen des Besuchs sind die Zukunft der deutsch-französischen Beziehungen und die Lage in Europa. Auch die dramatische Entwicklung in Syrien dürfte eine Rolle spielen.

Höhepunkt der Reise ist am Mittwoch ein gemeinsamer Besuch der beiden Staatschefs im mittelfranzösischen Oradour-sur-Glane, wo deutsche Soldaten der Waffen-SS 1944 mehr als 600 Franzosen umbrachten. Gauck besucht als erster Bundespräsident die Gedenkstätte, wo er mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer zusammentreffen wird.

Auf französischer Seite wird der Besuch in einer Linie gesehen mit der Versöhnungsgeste von Verdun, zu der sich 1984 der damalige Präsident François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl trafen. Der gemeinsame Besuch in Oradour sei auch ein Anliegen Hollandes gewesen, hieß es in Paris.

Zum Abschluss fliegt Gauck am Donnerstag nach Marseille, die europäische Kulturhauptstadt 2013. Deutschland und Frankreich feiern den 50. Jahrestag des Élysée-Vertrages, mit dem 1963 die Freundschaft beider Länder besiegelt wurde. Gaucks Staatsbesuch ist der erste eines Bundespräsidenten in Frankreich seit 1996. Damals war Roman Herzog zu Gast im Nachbarland. Gauck selbst war im Mai 2012 zu einem kurzen Antrittsbesuch in Paris.