Gauland kritisiert Petry wegen AfD-Treffen mit Muslimen

Das unharmonische Treffen zwischen AfD-Chefin Frauke Petry und dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hat ein parteiinternes Nachspiel.

Gauland kritisiert Petry wegen AfD-Treffen mit Muslimen
Boris Roessler Gauland kritisiert Petry wegen AfD-Treffen mit Muslimen

AfD-Vize Alexander Gauland will Petry wegen des von ihr abgebrochenen Gesprächs zur Rede stellen. Die Berliner AfD-Landeschefin Beatrix von Storch schrieb am Mittwoch einen «Offenen Brief» an Mazyek.

Bei dem Treffen zwischen Mazyek und Petry am vergangenen Montag sei einiges schief gelaufen, «was bei mir verschiedene Fragen aufwirft, die geklärt werden müssen», sagte Gauland der Deutschen Presse-Agentur. Missfallen habe ihm, dass die Einladung zu dem Gespräch lediglich am Rande im Bundesvorstand diskutiert worden sei. «Darüber hinaus weiß jeder gute Verhandlungsführer, dass man in ein Gespräch nicht mit unerfüllbaren Bedingungen hinein gehen kann», fügte der stellvertretende Vorsitzende hinzu. Dies lasse nur den Schluss zu, dass es Petry «in erster Linie um etwas anderes als einen echten Dialog gegangen sein muss». Ein ernst gemeintes Gesprächsangebot sollte man aber entweder mit Ernsthaftigkeit erwidern oder es gar nicht erst annehmen.

Petry hatte das Treffen mit dem ZMD-Vorsitzenden in Berlin nach knapp einer Stunde abgebrochen. AfD-Vize Albrecht Glaser sagte der «Bild»-Zeitung später, Petry und er hätten gemeinsam mit dem ebenfalls anwesenden AfD-Vorstandsmitglied Paul Hampel vorab vereinbart, das Gespräch abzubrechen, falls sich Mazyek weigern sollte, seinen Vergleich zwischen der AfD und Hitlers NSDAP zurückzunehmen. Am Dienstag hatte bereits der Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Jörg Meuthen, die aus seiner Sicht schlechte Vorbereitung des Treffens moniert.

Ärger droht Petry auch von anderer Seite. Die Staatsanwaltschaft Dresden nahm Ermittlungen wegen des Verdachts auf Meineid und uneidliche Falschaussage gegen die AfD-Chefin auf. Da Petry auch Abgeordnete des sächsischen Landtags ist, sei das Parlamentspräsidium entsprechend informiert worden, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase. Zuvor hatte die «Morgenpost» darüber berichtet. Petry wird beschuldigt, Ende 2015 vor dem Wahlprüfungsausschuss des Landtags falsche Angaben gemacht zu haben. Dabei ging es unter anderem um Darlehen, die ihre Partei von den Mitgliedern zur Wahlkampffinanzierung eingefordert haben soll.

Von Storch wirft in ihrem Brief an Mazyek die Frage auf, ob die «Islamische Charta» des ZMD in allen Punkten grundgesetzkonform sei. Sie will von ihm unter anderem wissen, ob seine Organisation bereit sei, «auf die Durchsetzung eines schariabasierten Rechtestatus für Nichtmuslime zu verzichten». Und ob es nach Ansicht des Zentralrats Menschenrechte gibt, die im Widerspruch zu den «im Koran verankerten von Gott gewährten Individualrechten» stehen.