Gauland sorgt mit Äußerungen über Boateng für Empörung

Knapp zwei Wochen vor Beginn der Fußball-EM hat AfD-Vize Alexander Gauland mit fremdenfeindlichen Äußerungen über den Nationalspieler Jérôme Boateng für Empörung gesorgt.

Gauland sorgt mit Äußerungen über Boateng für Empörung
Christoph Schmidt Gauland sorgt mit Äußerungen über Boateng für Empörung

Gauland sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»: «Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.» Politiker von CDU und SPD wiesen diese Äußerung ebenso entschieden zurück wie Fußballoffizielle.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte im Kurznachrichtendienst Twitter: «Einfach nur niveaulos und inakzeptabel. Wer so redet, entlarvt sich selbst - und das nicht nur als schlechter Nachbar.» CDU-Vize Julia Klöckner twitterte: «Lieber Boateng als Gauland als Nachbarn.» Der in Berlin geborene Boateng ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. Er ist Stammspieler des FC Bayern.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, sagte der Zeitung, es sei «einfach geschmacklos», die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft «für politische Parolen zu missbrauchen». Boateng sei «ein herausragender Spieler und ein wunderbarer Mensch, der sich übrigens auch gesellschaftlich stark engagiert und für viele Jugendliche ein Vorbild ist».

Auch der Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff wandte sich gegen Gaulands Äußerung: «Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.»

Erst in der vergangenen Woche hatten sich Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung abschätzig über Jugendfotos der deutschen Nationalspieler auf Packungen der Kinderschokolade geäußert. Darauf zu sehen sind unter anderem auch Jérôme Boateng und Ilkay Gündogan.