Gaultier fühlt sich zu alt für ein Enfant terrible

Mode-Designer Jean Paul Gaultier (63) ist nach eigener Einschätzung zu alt, um noch als Bürgerschreck und exotischer Querkopf durchzugehen.

Gaultier fühlt sich zu alt für ein Enfant terrible
Sven Hoppe Gaultier fühlt sich zu alt für ein Enfant terrible

«Ich kann heute nicht mehr sagen, dass ich das Enfant terrible der Haute Couture bin, weil ich weißes Haar habe. Früher war es gebleicht, inzwischen ist es echt», sagte er am Mittwoch in München, wo er eine Ausstellung über sein Werk vorgestellte - obwohl er zuerst eigentlich gar keine solche Ausstellung wollte. «Für mich klang eine Ausstellung ein bisschen nach Tod», sagte er. «Wenn man stirbt, kommt man ins Museum.»

Die Schau mit dem Titel «From The Sidewalk To The Catwalk» (Vom Bürgersteig auf den Laufsteg) ist vom 18. September an in der Kunsthalle in München zu sehen und hatte vorher schon in Montreal und in Paris Station gemacht. Der Höhepunkt der Ausstellung: Schaufensterpuppen, die dank Videoprojektionen erschreckend menschlich wirken, tragen die spektakulären Entwürfe des Designers.

Gaultier verriet außerdem, dass seine Anfänge als Modedesigner in seine frühe Kindheit zurückreichen: Er habe seinem Teddy BHs und Kleider angezogen, weil seiner Eltern ihm nicht erlaubt hätten, mit Puppen zu spielen. In München sprach er auch über seine Deutschkenntnisse: Eines der wenigen Wörter, die er auf Deutsch kenne, sei Winterschlussverkauf, sagte der Franzose.