GDL: Bei der Bahn fehlen auch 800 Lokführer

Bei der Deutschen Bahn AG fehlen nach Ansicht der Gewerkschaft GDL auch mindestens 800 Lokführer. Man werde im nächsten Tarifvertrag mit dem Unternehmen eine verbindliche Personalplanung vereinbaren.

Das kündigte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa an.

Die bislang vereinbarten Einstellungsquoten reichten nicht aus, um die Abgänge der kommenden Jahre zu kompensieren, sagte der GDL-Chef in Frankfurt. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Überstunden bei den aktuell rund 22 500 Lokführern auf mehr als 3 Millionen Stunden in diesem Jahr angewachsen. Auch bei den privaten Bahnen mit rund 4500 Lokführern fehlten rund 200 Stellen.

Eine Sprecherin der DB AG verwies auf die intensivierten Anstrengungen des Unternehmens, neue Lokführer auszubilden. So befänden sich derzeit rund 1000 Nachwuchskräfte in der dreijährigen Ausbildung. Weitere 620 künftige Lokführer absolvierten die sieben bis acht Monate langen Funktionsausbildung, die Leuten mit bereits abgeschlossener Berufsausbildung vorbehalten ist. Sie sollten künftig im Regional, Fern- und Güterverkehr eingesetzt werden.

Die Engpässe auch in anderen Bereichen der DB AG wie zuletzt im Stellwerk Mainz kämen nicht unerwartet, sondern hätten ihre Ursache in überzogenen Renditeerwartungen, meinte Weselsky. Um diese zu erfüllen, sei der Einfachheit halber beim Personal gespart worden. Hauptproblem sei nicht der Deckungsbeitrag von 500 Millionen Euro für den Bundeshaushalt, sondern die Erwartung eines ständig steigenden Gewinns in der Aktiengesellschaft.