Geballte Laser-Energie: Forscher-Trio gewinnt Zukunftspreis

Jubel in Baden-Württemberg und Thüringen: Ein Team aus Forschern beider Länder hat am Mittwochabend den Deutschen Zukunftspreis erhalten.

Geballte Laser-Energie: Forscher-Trio gewinnt Zukunftspreis
Jörg Carstensen Geballte Laser-Energie: Forscher-Trio gewinnt Zukunftspreis

Bundespräsident Joachim Gauck ehrte die Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Firmen Bosch und Trumpf für einen von ihnen entwickelten Laser. Das Instrument für die industrielle Massenproduktion kann nach Angaben der Forscher jedes bislang bekannte Material präzise schneiden oder bohren.

Klaus Dicke, Rektor der Universität Jena, gratulierte dem «Jena-Württemberger Trio» und betonte den Wert der «Kooperation zwischen universitärer Grundlagenforschung und industrieller Fertigung» für die Zukunft. Der Jenaer Wissenschaftler Stefan Nolte sagte: «In Deutschland ist das die höchste Auszeichnung für angewandte Forschung, der beste Preis, den ich mir vorstellen kann.»

Seit etwa zwei Jahren ist das Gerät, ein sogenannter Ultrakurzpulslaser, bei Firmen weltweit im Einsatz. Diese bauen zum Beispiel sparsame Motoren und bohren mit dem Laser feinste Löcher in die Einspritzdüsen: «Dadurch wird der Kraftstoff präzise verteilt und effektiv genutzt», sagte Physiker Jens König von Bosch. Erstmals überhaupt habe sich zudem ein spezieller Kunststoff bearbeiten lassen, aus dem mittlerweile winzige medizinische Implantate zur Weitung von Blutgefäßen gefertigt werden.

Anders als herkömmliche Laser entsendet das Gerät besonders kurze, energiereiche Lichtblitze: Material, das auf diese Weise bestrahlt wird, erhitzt sich punktuell auf rund 6000 Grad. Es verdampft schlagartig und wird abgesaugt, bevor es sich auf dem Werkstück absetzen kann. Unerwünschte Verformungen bleiben aus. Dieser Prozess läuft in einer acht Meter langen, sehr schweren Anlage ab, wie König erläuterte. Seit Ende der 90er Jahre feilte die Gruppe im Rahmen eines Verbundprojektes an dem Laser.

Mittlerweile werde täglich eines der Geräte verkauft, sagte König. Es koste rund 200 000 Euro. An dem Produkt hingen damit nicht nur Arbeitsplätze in Deutschland, sondern auch bei Firmen weltweit. «Welche Anwendungsmöglichkeiten in Zukunft noch bestehen, ist gar nicht genau vorhersehbar», sagte König. Denkbar seien etwa medizinische Anwendungen, etwa bei Operationen am menschlichen Auge.

Der Preis des Bundespräsidenten ist mit 250 000 Euro dotiert und wurde zum 17. Mal vergeben. Geehrt werden jedes Jahr Innovationen mit wirtschaftlichem Potenzial. Die Kombination mache «die Innovationskraft unseres Landes aus» und sichere Wohlstand und Wohlergehen, erklärte Bundespräsident Joachim Gauck.

Insgesamt waren drei Arbeitsgruppen für den Preis nominiert. Sie alle hatten zum Thema Licht geforscht: Es ging dabei etwa um sparsame LED-Lampen und eine Laser-Technik für hochauflösende Displays.