Gefährlicher Bundeswehreinsatz in Mali - mehr Soldaten in den Irak

Die Bundeswehr weitet ihre Einsätze im westafrikanischen Mali und im Irak deutlich aus. Der Bundestag stimmte der Entsendung von bis zu 550 zusätzlichen Soldaten in die beiden Krisenländer am Donnerstag mit großer Mehrheit zu.

Soldaten in Eutin (Schleswig-Holstein) bereiten sich mit einem "Fuchs"-Panzerwagen auf ihren Einsatz in Mali vor.
Carsten Rehder Soldaten in Eutin (Schleswig-Holstein) bereiten sich mit einem "Fuchs"-Panzerwagen auf ihren Einsatz in Mali vor.

Im gefährlichen Norden Malis sollen künftig bis zu 650 deutsche Blauhelmsoldaten zur Durchsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellengruppen beitragen. Bisher liegt die Obergrenze für die UN-Mission bei 150 Soldaten. Und auch im Irak wird die Truppe zur Ausbildung kurdischer Kämpfer für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat von bisher maximal 100 auf 150 vergrößert.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nannte den Mali-Einsatz eine der gefährlichsten UN-Missionen. "Nord-Mali ist sehr unruhig, entsprechend gefährlich ist der Einsatz für unsere Soldaten", sagte die CDU-Politikerin im Gespräch mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Donnerstag). 73 Blauhelmsoldaten und UN-Mitarbeiter wurden bis Ende 2015 getötet.

An der UN-Mission sind bisher nur zwölf deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako beteiligt. Nun sollen zunächst rund 400 Soldaten nach Gao im Norden geschickt werden, wo die Rebellen weiterhin Anschläge verüben. Der Norden Malis war vor drei Jahren vorübergehend in die Hände islamistischer Kämpfer gefallen, die nur durch eine Intervention der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zurückgedrängt werden konnten. Die Gewalt nimmt trotz des Friedensabkommens aber kein Ende.