Gefängnismusiker aus Malawi hoffen auf Grammy

Geht eine der begehrten Grammy-Auszeichnungen dieses Jahr an Gefangene? Das hofft eine Band von verurteilten Totschlägern, Dieben und anderen Kriminellen in Malawi.

Gefängnismusiker aus Malawi hoffen auf Grammy
Marilena Delli Gefängnismusiker aus Malawi hoffen auf Grammy

Das Album der Gefängnisband mit dem Titel «I Have No Everything Here» ist in der Kategorie «Weltmusik» nominiert. «Allein die Nominierung ist ein Riesenerfolg», sagt der Produzent des Zomba Prison Project, Ian Brennan.

In den 20 Liedern des Albums singen die Insassen des Zomba-Gefängnisses in der lokalen Sprache Chichewa über die Gesundheit ihrer Kinder, Einsamkeit, Reue und Vergebung. Die Musik machen sie mit einfachen Instrumenten wie Kübeln, oder sie singen einfach a cappella. Etwa die Hälfte der 16 Musiker sind Frauen. Manche der Songs seien «unglaublich persönlich», sagt Brennan. «Es ist die erste Nominierung für Malawi in 58 Jahren Grammy-Geschichte.» Keiner der Musiker wird bei der Verleihung der begehrten Musik-Preise am Montag in Los Angeles erwartet.

Brennan reiste gemeinsam mit seiner Frau 2013 auf der Suche nach musikalischen Talenten in Gefängnissen nach Malawi. Mit einem kleinen mobilen Studio wurde dort «I Have No Everything Here» aufgenommen. Das baufällige Gefängnis in Zomba im Süden Malawis wurde vor mehr als hundert Jahren für 340 Insassen errichtet. Heute sitzen dort etwa 2000 Menschen ihre Haftstrafe ab. Malawi im Süden Afrikas gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.