Geheimnisvolle Natur: Franz Gertsch in Baden-Baden

Baden (dpa) - Die monumentalen Werke des Schweizer Malers Franz Gertsch (83) sind jetzt in Baden-Baden zu sehen. Unter dem Titel «Franz Gertsch. Geheimnis Natur» zeigt das Museum Frieder Burda 30 große Gemälde und Holzschnitte des Künstlers.

Die Schau, die bis zum 16. Februar dauert, will einen Einblick in das Schaffen des Schweizers geben, der sich mit seiner fotorealistischen Malerei und seinen Holzschnittwerken auf eine besondere Weise der Wirklichkeit etwas Geheimnisvolles verleiht.

Der 1930 im Kanton Bern geborene Gertsch zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern. Er feierte international seinen Durchbruch 1972 auf der documenta 5 in Kassel und präsentierte seine Werke auf den Biennalen in Venedig 1999 und 2003.

Die Schau bietet einen Einblick in das Gesamtwerk des Künstlers - von frühen Arbeiten aus den 70er Jahren über neuere Arbeiten, die in Deutschland noch nie ausgestellt waren, darunter das erst 2013 fertiggestellte Triptychon «Guadeloupe» mit den Bildern «Bromelia», «Maria» und «Soufrière». Außerdem sind die berühmten Frauenporträts, wie Silvia und Johanna zu sehen, die allein schon durch ihre Größe beeindrucken und dadurch etwas Unwirkliches, Entrücktes bekommen.

Besonders eindrücklich sind die riesigen «Jahreszeiten»-Bilder im großen Saal des Museums: Sie scheinen bei ferner Betrachtung mikroskopisch genaue Darstellungen der Natur zu sein, werden beim Näherkommen aber abstrakter und scheinen das Geheimnis der Natur nicht preisgeben zu wollen.

Figurenbilder und Landschaften bilden die zentralen Motive von Gertsch. Er überträgt sie in einem aufwendigen Verfahren auf die Leinwand - das dauert oft Monate, mitunter Jahre. Seit den späten 80er Jahren fertigt Gertsch auch großformatige Holzschnitte, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind. Punkt für Punkt schneidet er hierbei mit einem feinen Hohleisen das Motiv aus dem Holz.

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda wurde in enger Kooperation mit Franz Gertsch vorbereitet und von Götz Adriani kuratiert. Zur Ausstellung ist ein Katalog mit einem langen Interview der beiden erschienen.