Geiseldrama in Nairobi: Schüsse und heftige Explosion

Der Einsatz von Elitetruppen im Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi scheint in die entscheidende Phase zu gehen. Seit dem frühen Morgen waren nach kenianischen Medienberichten immer wieder Schüsse aus dem Gebäude zu hören.

Geiseldrama in Nairobi: Schüsse und heftige Explosion
Daniel Irungu Geiseldrama in Nairobi: Schüsse und heftige Explosion

Augenzeugen berichteten auch von einer heftigen Explosion. Offenbar halten sich noch immer bis zu 15 Täter der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz in dem vierstöckigen Zentrum auf. Sie sollen noch etwa zehn Geiseln in ihrer Gewalt haben.

Nach Angaben des kenianischen Militärs waren die meisten Geiseln am Sonntagabend gerettet worden, nachdem die Sicherheitskräfte weit in das Gebäude vorgedrungen waren. Mindestens 68 Menschen waren bei dem Angriff am Samstag ums Leben gekommen, rund 175 wurden verletzt.

Das Innenministerium teilte mit, Präsident Uhuru Kenyatta und die Regierung würden nicht eher ruhen, bis die Belagerung beendet sei. Kenyatta hatte sich bereits mehrmals in Fernsehansprachen an sein Volk gewandt und zu Ruhe und Geduld aufgerufen. «Wir sind erschöpft und müde, aber dies ist nicht die Zeit, um aufzugeben», schrieb die kenianische Polizei Kurznachrichtendienst Twitter.

Die Al-Shabaab-Miliz aus Somalia will nach eigenen Angaben mit dem Terrorangriff Vergeltung für Kenias Militäreinsatz gegen die Gruppe üben. Nairobi hatte Ende 2011 Soldaten in das Nachbarland entsandt.