Geiselnahme in Bangladesch: Attacke auf beliebtes Restaurant

Explosionen und Feuergefechte erschüttern die Hauptstadt von Bangladesch: Mehrere Angreifer stürmen ein beliebtes Restaurant im Diplomatenviertel Dhakas und nehmen Geiseln. Die Terrormiliz Islamischer Staat soll dafür verantwortlich sein.

In der Hauptstadt von Bangladesh kam es zu einer Geiselnahme.
Abir Abdullah In der Hauptstadt von Bangladesh kam es zu einer Geiselnahme.

Wohl Kämpfer des IS haben ein Restaurant in der Hauptstadt von Bangladesch angegriffen. Mindestens acht Angreifer stürmten laut Behörden in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) das spanische Restaurant „Holey Artisan Bakery“ im Diplomatenviertel von Dhaka und nahmen Personal und Gäste als Geiseln. Laut Augenzeugen zündeten sie mehrere Sprengsätze und feuerten Schüsse in dem Lokal ab. Es gab demnach auch Schusswechsel mit der Polizei. Ein Großaufgebot aus Polizei und Sicherheitskräften riegelte das Gebiet um das Restaurant ab.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll sich zu dem Angriff bekannt haben. Nach Angaben der US-Terrorbeobachtungsstelle Site behauptete die IS-nahe Nachrichtenagentur „Amaq“ , die Terrormiliz habe den Angriff ausgeführt. Eine Bestätigung seitens der Behörden in Bangladesch gab es nicht.

Medien berichten vom Tod eines Polizisten

Nach offiziellen Angaben wurden drei Verletzte in das Universitätsklinikum der Stadt gebracht. Örtliche Medien berichteten, ein Polizist sei im Krankenhaus gestorben. Zum Tatzeitpunkt hielten sich demnach rund 20 Menschen in dem Restaurant auf, darunter acht bis zehn Ausländer. Laut Benzir Ahmed, dem Chef der Antiterroreinheit der Polizei in Dhaka, hatte die Polizei bis 1.00 Uhr am Samstagmorgen (Ortszeit) noch keinen Kontakt zu den Angreifern herstellen können.

Einigen Mitarbeitern gelang es, aus dem Restaurant zu fliehen. Einer von ihnen sagte einem örtlichen Fernsehsender, die Angreifer hätten „Allahu Akbar“ (Allah ist groß) gerufen. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Angaben dazu, wer hinter der Attacke steckt. Noch hatte sich auch niemand zu dem Angriff bekannt.

Islamistisch motivierte Angriffe gegen Minderheiten

Seit Anfang 2013 leidet das muslimische Bangladesch mit seinen rund 160 Millionen Einwohnern unter einer Serie islamistisch motivierter Angriffe. Opfer sind in der Regel Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Auch gegen Ausländische Staatsbürger wurden schon Anschläge verübt.