Geld wächst nicht auf Bäumen - Gold schon

Auf der Suche nach Bodenschätzen nehmen Firmen teure Bodenproben. Künftig dürfte sich auch ein Blick nach oben lohnen - zumindest bei Gold. Eukalyptusblätter zeigen an, ob das Edelmetall tief im Grund verborgen liegt.

Geld wächst nicht auf Bäumen - Gold schon
Michael_Reynolds Geld wächst nicht auf Bäumen - Gold schon

Spuren des kostbaren Metalls finden sich in den Blättern, wenn der Eukalyptus in goldhaltiger Erde wurzelt, berichten australische Wissenschaftler im Fachjournal «Nature Communications». Die Goldpartikel würden von den Pflanzen mit dem Wasser aufgenommen und bis in die Blätter befördert, schreibt das Team um Melvyn Lintern von der australischen Forschungsbehörde CSIRO. Zwar sei schon vorher Gold in einigen Pflanzen gefunden worden, es sei aber unklar gewesen, ob das Metall nicht über die Luft auf die Blätter gelangte.

Ihre Ergebnisse könnten bei der Suche nach bisher unbekannten Vorkommen des Edelmetalls helfen, schreiben die Forscher. Es sei viel günstiger, Blätter zu untersuchen, als Bohrkerne aus dem Boden zu holen, sagte Lintern am Mittwoch. Außerdem könnten trockene Gegenden mit sandigen Böden erkundet werden, wo Bohrungen schwierig seien.

Die Studie sei von mehreren der weltgrößten Goldproduzenten finanziert worden, hieß es. Auf Basis der Ergebnisse sei in Australien bereits in zwei neue Minen investiert worden. Dort könnte Gold im Wert von mehreren Milliarden Australischen Dollar gefunden werden, schätzen die Forscher.

In der untersuchten Region Freddo im Westen Australiens reichten die Wurzeln mehr als 30 Meter tief bis in die goldreiche Zone. Spuren des Elements wurden in Stamm, Ästen und Blättern der teils mehr als zehn Meter hohen Bäume nachgewiesen, wobei die höchste Konzentration im Laub gemessen wurde. Bei der Untersuchung konnte ausgeschlossen werden, dass das Gold aus einer anderen Quelle stammt.

Die Goldkonzentration in den Eukalyptus-Blättern ist im untersuchten Gebiet zwar bis zu 800 Mal höher als an anderen Standorten - Laubsammeln dürfte sich aber trotzdem nicht lohnen. Das wertvolle Metall komme mit einer Konzentration von etwa 80 Partikeln pro einer Milliarde Teilchen vor, so die Forscher. Wer 100 Tonnen Blätter pflücke, könne daraus nur acht Gramm Gold gewinnen.