Medien: Schalke trennt sich von Trainer Di Matteo

Der FC Schalke hat sich nach Medienberichten von Trainer Roberto Di Matteo getrennt. Wie die «Sport Bild» und weitere Medien am Sonntag berichteten, soll die nur siebeneinhalb monatige Ehe einvernehmlich zu Ende gegangen sein.

Demnach sahen beide Seiten nach dem erneut blutleeren Auftritt des Teams im Saisonfinale beim HSV (0:2) angeblich keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit. Der Fußball-Bundesligist wollte die Trennung auf Nachfrage allerdings noch nicht bestätigen.

Di Matteo hatte erst am 7. Oktober 2014 die Nachfolge des zuvor beurlaubten Jens Keller angetreten. Laut «Westdeutscher Allgemeiner Zeitung» soll Aufsichtsratschef Clemens Tönnies am Sonntagmittag die Vereinsgremien darüber unterrichtet haben, dass das komplette Trainerteam gehen muss. Nach «kicker»-Informationen verzichtet Di Matteo auf einen Großteil seiner noch ausstehenden Gehälter bis Vertragsende im Jahr 2017.

Überraschend käme der Schritt nicht. Schon in den vergangenen Tagen hatte sich die Stimmung beim Revierclub zunehmend verschlechtert. Mit der Freistellung der Profis Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam und der kurzfristigen Suspendierung von Marco Höger aus dem Kader sollte ein Zeichen gesetzt werden, das aber nahezu wirkungslos verpuffte. Deshalb hatte es schon beim glücklichen 1:0 am vorletzten Spieltag über Paderborn Proteste der Fans im heimischen Stadion gegeben.

Doch die Niederlage in Hamburg minderte das Vertrauen der Clubführung in die Arbeit von Di Matteo. So vermied Manager Horst Heldt erstmals ein Bekenntnis zum Fußball-Lehrer: «Man muss jede einzelne Position hinterfragen. Das ist ganz klar. Alle, die sportlich verantwortlich sind, egal ob Trainer, Spieler oder Manager. Alles muss auf den Tisch, und dann werden wir Entscheidungen treffen.»

Heldt nannte jedoch keinen Zeitplan für die Krisengespräche. Eigentlich wollt sich die Clubführung noch auf das Finale der U19-Meisterschaft gegen 1899 Hoffenheim konzentrieren.

Mit der Verpflichtung von Di Matteo im vergangenen Oktober waren große Hoffnungen verbunden. Schließlich galt der Coach als renommierter Taktiker und hatte mit dem FC Chelsea 2012 die Champions League gewonnen. Doch bisher war die Bilanz von Di Matteo nicht besser als die seines Vorgängers Keller. So belegten die mit höheren Zielen in die Saison gestarteten Schalker in der Rückrunden-Tabelle lediglich Rang 10 und retteten sich in der Endabrechnung als Sechster mit Mühe und Not noch in die Europa League.