Nach Kerrys Rückkehr Sorge um Iran-Verhandlungen

US-Außenminister John Kerry ist nach seinem Beinbruch auf einer Radtour in Frankreich wieder in die USA zurückgeflogen.

Nach Kerrys Rückkehr Sorge um Iran-Verhandlungen
Cj Gunther Nach Kerrys Rückkehr Sorge um Iran-Verhandlungen

Der 71-jährige Spitzendiplomat werde an Bord einer vom US-Stützpunkt Ramstein (Rheinland-Pfalz) bereitgestellten Militärmaschine von medizinischem Personal betreut, teilte ein Sprecher der US-Mission in Genf am Montag mit. Nach Angaben seines Ministeriums soll Kerry die Behandlung im Massachusetts General Hospital in Boston fortsetzen.

Der passionierte Rennradfahrer war am Sonntag während einer Tour im französisch-schweizerischen Grenzgebiet gestürzt. Er war zunächst in einer Klinik in Genf betreut worden.

Die US-Regierung äußerte sich zurückhaltend zur Frage, wie die bevorstehende Behandlung sich auf Kerrys Arbeit auswirken könnte - vor allem angesichts der bevorstehenden Frist für ein Atom-Abkommen mit dem Iran. Bis 30. Juni wollen die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland mit Teheran einen Vertrag schließen, der die rein zivile Nutzung der Atomkraft sichert und zugleich die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran schrittweise aufhebt. Kerry hatte bis zuletzt die Federführung bei den Gesprächen mit den Iranern inne.

«Der Außenminister verfolgt einen aggressiven Genesungsplan», sagte seine Sprecherin Marie Harf. Es sei aber zu früh zu sagen, wie lange er benötige, um sich zu erholen. Der Sprecher des Weißen Hauses gestand ein, dass Kerry zunächst vermutlich nicht mehr so häufig wie zuletzt zu persönlichen Verhandlungen nach Europa reisen könne. Aber man sei «zuversichtlich», dass er weiter «ein wichtiger Teil dieses Vorhabens» bleiben werde.