WHO-Notfonds zur Krisenreaktion bei gefährlichen Erregern

Als Lehre aus der Ebola-Epidemie mit mehr als 11 000 Toten bekommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Notfonds zur raschen Krisenreaktion.

WHO-Notfonds zur Krisenreaktion bei gefährlichen Erregern
Salvatore Di Nolfi WHO-Notfonds zur Krisenreaktion bei gefährlichen Erregern

Er soll mit 100 Millionen Dollar (90 Millionen Euro) bestückt werden und bei Ausbrüchen gefährlicher Krankheitserreger sofortige medizinische Hilfsmaßnahmen ermöglichen. Das beschloss die 68. Weltgesundheitsversammlung in Genf. Das Geld soll durch freiwillige Beiträge von Staaten zusammenkommen.

Zugleich stimmten Gesundheitsminister sowie andere Vertreter der 194 WHO-Mitgliedsländer für Reformen. Sie sollen rasche und effektive Reaktionen auf Epidemien ermöglichen. Über die Umsetzung soll WHO-Generalsekretärin Margaret Chan Rechenschaft ablegen. Dazu gehört die Schaffung klarer Weisungs- und Kontrollmechanismen vom Hauptquartier der WHO bis zu regionalen und nationalen Vertretungen.

Der Reformplan entspricht Forderungen vieler Regierungen, darunter der deutschen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bei dem WHO-Spitzentreffen einen globalen Plan zur Krisenreaktion gefordert. Die WHO war wegen ihrer trägen und teils chaotischen Reaktion in den ersten Monaten der Ebola-Krise kritisiert worden. Chan räumte Fehler ein und versprach «fundamentale Veränderungen, mit denen die WHO die Lage versetzt wird, ihren Job anständig zu erledigen».