Georges Braque starb vor 50 Jahren: Meister kubistischer Bizarrerien

«M. Braque ist ein junger, sehr mutiger Mann; er verachtet die Form, verkleinert alles auf geometrische Formen, auf Kuben».

Georges Braque starb vor 50 Jahren: Meister kubistischer Bizarrerien
Universal Photo Georges Braque starb vor 50 Jahren: Meister kubistischer Bizarrerien

Die Kunstkritiker waren nach der ersten großen Ausstellung des damals 27-jährigen Georges Braque im November 1909 in der Galerie des Kunsthändlers Daniel-Henry Kahnweiler irritiert. Braques Malerei löste weder Begeisterung noch Entrüstung aus. Heute gehört der Maler, der vor 50 Jahren, am 31. August 1963, im Alter von 81 Jahren in seiner Pariser Wohnung starb, zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts und Mitbegründern des Kubismus.

«Kubische Bizarrerien» nannten einige Kritiker die Landschaftsbilder, die Kahnweiler damals zeigte. Braque hatte sie während seiner Aufenthalte in L'Estaque bei Marseille gemalt: darunter Häuser, die der Maler auf geometrische Volumen reduziert hat. Auch Matisse hatte diese neue Malerei als kleine «cubes», kleine «Würfel», beschrieben. Der Begriff Kubismus soll darauf zurückgehen.

Braque gilt zusammen mit Pablo Picasso als Mitbegründer dieser Bewegung, die sich mit abstrakten Formen beschäftigt. Die beiden Künstler begegneten sich vermutlich im Frühling 1907 auf dem Salon des Indépendants.

Die Künstler waren Nachbarn. Sie lebten und arbeiteten beide auf dem Montmartre. «Fast jeden Abend ging ich zu Braque in sein Atelier oder aber er kam zu mir. Es war uns ein Bedürfnis, über die am Tag vollbrachte Arbeit zu diskutieren.» Zu dieser Zeit wandte sich Braque auch vom Fauvismus ab.

Durch Braques Einberufung als Soldat in den Ersten Weltkrieg im Jahre 1914 nahm das gemeinsame kubistische Experiment jedoch ein Ende. Als Braque schwer verletzt aus dem Krieg zurückkehrte, hatte sein Malerkollege Picasso eine künstlerische Wende vollzogen: Er hatte dem Kubismus den Rücken gekehrt.

Nach 1922 malte Braque vornehmlich Stillleben mit Musikinstrumenten. Dennoch blieb er der stark geometrisch strukturierten Bildlogik treu. Seine letzten Jahre werden von dem Motiv des Vogels bestimmt, der die Vollendung der künstlerischen Auseinandersetzung Braques mit dem Raum verkörpert und - die Unendlichkeit der Seele.