Geplante Aussage Zschäpes im NSU-Prozess wieder offen

Die für heute geplante weitere Aussage der Hauptangeklagten im Münchner NSU-Prozess, Beate Zschäpe, könnte verschoben werden.

Geplante Aussage Zschäpes im NSU-Prozess wieder offen
Peter Kneffel Geplante Aussage Zschäpes im NSU-Prozess wieder offen

Nach einem lautstarken Krach mit dem Vorsitzenden Richter im Münchner NSU-Prozess hat die Verteidigung des mutmaßlichen Terrorhelfers Ralf Wohlleben einen Befangenheitsantrag angekündigt. Der Streit war während der Aussage eines BKA-Ermittlers ausgebrochen, der sich an zwei Stellen offensichtlich versprochen hatte. Die Sitzung wurde für zwei Stunden unterbrochen. Ob Zschäpe heute noch aussagen kann, war offen.

Zschäpe wollte zahlreiche Fragen des Gerichts beantworten. Ihr Verteidiger Mathias Grasel hatte angekündigt, dass dies etwa eine Stunde dauern werde. Das Oberlandesgericht München hatte Zschäpe nach ihrer Aussage im Dezember zahlreiche Fragen gestellt. Sie betreffen Einzelheiten ihres Zusammenlebens mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, aber auch die Herkunft von Waffen und ihr Wissen über die Verbrechen des NSU.

Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios und muss sich als mutmaßliche Mittäterin für die Serie von zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen verantworten.