Gericht bricht Vernehmung von Zschäpes Nachbarin ab

Im NSU-Prozess wurde die Videovernehmung einer ehemaligen Nachbarin des Zwickauer Terror-Trios nach wenigen Minuten abgebrochen. Die 91-Jährige, die aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht erscheinen konnte, wirkte desorientiert.

Sie konnte weder ihr korrektes Alter noch ihre Adresse sagen. «Ich meine nicht, dass es einen Sinn macht, die Vernehmung fortzusetzen», sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl.

Vor allem Zschäpes Verteidiger hatten die Vernehmung der Nachbarin angeregt. Sie könnte Beate Zschäpe vom Vorwurf des versuchten Mordes entlasten. Dabei geht es um die Brandstiftung in der Zwickauer Wohnung des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU). In einer Vernehmung bei der Polizei hatte die betagte Frau berichtet, jemand habe bei Ausbruch des Brandes bei ihr geklingelt. Als sie die Sprechanlage erreicht habe, habe sich jedoch niemand mehr gemeldet. Es scheint möglich, dass Zschäpe versucht haben könnte, die Nachbarin zu warnen.

Der Verhandlungstag wurde nach dem Vernehmungsversuch beendet. Der NSU-Prozess wird am 8. Januar 2014 fortgesetzt.