Gericht entscheidet über Schicksal von Suhrkamp AG 

Im Machtkampf um den Suhrkamp Verlag hat am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt eine wichtige Entscheidung angestanden.

Gericht entscheidet über Schicksal von Suhrkamp AG 
Frank May Gericht entscheidet über Schicksal von Suhrkamp AG 

Eine Kammer für Handelssachen wollte bekanntgeben, ob die Familienstiftung von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz der Umwandlung des Hauses in eine Aktiengesellschaft zustimmen darf. Dies wollte Minderheitsgesellschafter Hans Barlach in einem Eilantrag verhindern.

Der Familienstiftung als Mehrheitseigentümerin sollte untersagt werden, auf der Gläubigerversammlung für den Sanierungsplan zu stimmen. Damit würde die Stiftung von Unseld-Berkéwicz gegen die «gesellschaftsrechtlichen Treuepflichten» verstoßen, argumentiert der mit der Verlagschefin seit Jahren zerstrittene Barlach.

Der Berliner Verlag soll nach dem Willen der Verlagschefin in einem Insolvenzverfahren von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hatte vergangene Woche den Insolvenzplan für das traditionsreiche Haus zugelassen. Barlach würde durch die Umwandlung weitreichende Mitspracherechte verlieren.

Die Stiftung von Unseld-Berkéwicz hält 61 Prozent, Barlach gehören 39 Prozent. Suhrkamp ist 2010 von Frankfurt nach Berlin gezogen. Wann die Entscheidung in der Gläubigerversammlung ansteht, muss das Amtsgericht Charlottenburg noch entscheiden.