Gericht sucht Kompromiss im Streit um Anti-Baby-Pille

Tiengen (dpa) - Im juristischen Streit um eine mögliche Gesundheitsgefahr durch die Anti-Baby-Pille «Yasminelle» hat in Baden-Württemberg der Prozess begonnen.

Gericht sucht Kompromiss im Streit um Anti-Baby-Pille
Patrick Seeger Gericht sucht Kompromiss im Streit um Anti-Baby-Pille

Es werde zunächst die Möglichkeit einer Einigung der Kontrahenten geprüft, sagte ein Sprecher des Landgerichts Waldshut-Tiengen zu Beginn der Verhandlung. Sollte diese nicht möglich sein, werde das Gericht entscheiden. Verhandelt wird zivilrechtlich die Klage einer 31 Jahre alten Frau gegen den Chemie- und Arzneimittelkonzern Bayer mit Sitz in Leverkusen. Dieser vertreibt die Pille.

Die Klägerin Felicitas Rohrer macht die Pille mit ihrem Wirkstoff Drospirenon für gesundheitliche Probleme verantwortlich. So habe sie ein mindestens doppelt so hohes Thrombose-Risiko als andere Präparate. Nach der Einnahme der Pille habe sie im Juni 2009 eine Lungenembolie erlitten und sei daran fast gestorben. Sie fordert von Bayer rund 200.000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Der Pharmakonzern halte die Klage für unbegründet, sagte ein Sprecher. In den USA hatten mehrere tausend Frauen gegen Bayer geklagt. Bis Anfang dieses Jahres schloss der Konzern den Angaben zufolge rund 9000 Vergleiche in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden US-Dollar ab, ohne jedoch eine juristisch wirksame Verantwortung anzuerkennen.