Geringere Schäden - Munich Re optimistischer

Die geringen Sturmschäden im Sommer stimmen den weltgrößten Rückversicherer Munich Re vorübergehend optimistischer.

Der Gewinn könne in diesem Jahr mit 3,1 Milliarden Euro höher liegen als zunächst angepeilt. Der Preiskampf im Rückversicherungsgeschäft und die anhaltenden Niedrigzinsen machen dem Konzern aber zu schaffen.

Im dritten Quartal verdiente Munich Re trotz geringer Schäden und einer Steuergutschrift weniger als von Experten erwartet. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Munich-Re-Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als zwei Prozent.

Im dritten Quartal lag der Gewinn unter dem Strich bei 735 Millionen Euro, rund 17 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Sommer vergangenen Jahres hatten mehrere Hagelgewitter in Deutschland hohe Schäden angerichtet. Diesmal kosteten Naturkatastrophen den Rückversicherer insgesamt 100 Millionen Euro - zwei Drittel weniger als im Vorjahr und deutlich weniger als vom Vorstand eingeplant.

Auch die Erstversicherungstochter Ergo konnte ihren Gewinn um ein Viertel steigern. Wegen der geringen Schäden blieb im gesamten Schaden- und Unfallgeschäft mehr von den Beitragseinnahmen übrig als ein Jahr zuvor.

Dass es unter dem Strich nicht ganz so gut lief, lag an den Kapitalanlagen, die deutlich weniger abwarfen als im Vorjahr. Die Munich Re hat sich mit Finanzinstrumenten unter anderem gegen Inflationsgefahren abgesichert.

Außerdem kämpft die Munich Re gegen die Niedrigzinsen und hat schon mehr Geld in Unternehmensanleihen gesteckt, die höhere Zinsen abwerfen als die lange als sicher geltenden Staatsanleihen.

«Der größte Schaden im vierten Quartal ist bislang Hurrikan «Gonzalo»», sagte Schneider. Dessen Folgen dürften die Munich Re einen zweistelligen Millionen-Euro Betrag kosten. Die Risikoexperten des Dienstleisters AIG Worldwide erwarten, dass der Sturm auf den Bermuda-Inseln versicherte Schäden von bis zu 400 Millionen US-Dollar angerichtet hat. Als Orkantief in Deutschland hinterließ «Gonzalo» nach Einschätzung des Rückversicherungsmaklers Aon Benfield versicherte Schäden von 60 bis 100 Millionen Euro.

Im dritten Quartal hatte Hurrikan «Odile» in Mexiko die Münchner rund 65 Millionen Euro gekostet. Die Hurrikan-Saison auf dem Atlantik dauert typischerweise von Mitte August bis Mitte Oktober. Den letzten hohen Schaden hatte Hurrikan «Sandy» im Herbst 2012 an der US-Ostküste angerichtet. Er kostete die Versicherungsbranche rund 30 Milliarden Dollar.

Rückversicherer übernehmen von Erstversicherern wie Allianz und Axa Teile der Risiken und bekommen dafür einen Anteil an den Prämieneinnahmen.

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück hatte am Mittwoch einen überraschend hohen Gewinnsprung verkündet und steuert auf eine Wiederholung seines bisherigen Rekordgewinns von 2013 zu. Der weltweit Branchenzweite Swiss Re will seine Zahlen am Freitag gleichzeitig mit Europas größtem Erstversicherer Allianz vorlegen.