Gesprächsfaden zwischen Lufthansa und Piloten nicht abgerissen

Trotz der neuerlichen Streikdrohung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ist der Verhandlungsfaden zur Lufthansa noch nicht abgerissen.

Die VC bestätigte, dass das Unternehmen neue Gespräche angeboten hat. Allerdings sei die Beschreibung möglicher Themen «absolut substanzlos» gewesen, so dass man nicht darauf eingegangen sei, erläuterte ein Sprecher. Sollte Lufthansa noch nachbessern, sei man zu Gesprächen bereit.

«Unsere Angebote stehen», sagte der VC-Sprecher. Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben dem Unternehmen Sparvorschläge im Wert von 500 Millionen Euro in den Cockpits gemacht. Voraussetzung zur Wiederaufnahme der Verhandlungen bleibe allerdings, dass die Pläne zur Verlagerung von Fliegern und Personal ins europäische Ausland eingefroren würden. Das hat Lufthansa in der Vergangenheit strikt abgelehnt, weil die Auslagerung eine unternehmensstrategische Entscheidung und kein Gegenstand von Tarifverhandlungen sei.

Mit der VC wolle man Maßnahmen definieren, die einerseits die Interessen der Mitarbeiter definierten und andererseits zu den notwendigen Kostensenkungen führten. «Lufthansa ist bereit, dabei auch über die neue Eurowings zu sprechen», erklärte ein Sprecher. Die Kerngesellschaft der neuen Billigschiene im Konzern soll 2016 mit geringeren Tarifgehältern in Österreich aufgebaut werden.

Die VC hatte am Mittwoch Gespräche mit der Lufthansa für gescheitert erklärt. Erneute Streiks nach bereits zwölf Arbeitsniederlegungen sind nun wieder jederzeit möglich. Einen konkreten Termin hatte die Gewerkschaft bis Freitagnachmittag nicht genannt.