Getöteter Deutscher im Jemen war Bundespolizist

Der im Jemen getötete Leibwächter der deutschen Botschafterin war ein Mitglied der Bundespolizei. Dies teilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Montag in Berlin mit.

Getöteter Deutscher im Jemen war Bundespolizist
Yahya Arhab Getöteter Deutscher im Jemen war Bundespolizist

Die Bundespolizei ist seit einiger Zeit für den Schutz von deutschen Auslandsvertretungen zuständig. Für Krisenländer wie den Jemen, Irak oder Afghanistan gibt es eine eigene Einheit, die sich um den Personenschutz von Botschaftern kümmert.

Der Leibwächter war am Sonntag bei einem Überfall in Jemens Hauptstadt Sanaa am Eingang eines Supermarkts von Unbekannten erschossen worden. Der Fernsehsender «Al-Yemen Al-Youm» berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, dass drei bewaffnete Männer mit einem Auto vorgefahren seien und das Feuer auf den Deutschen eröffnet hätten. Der Mann sei von vier Schüssen getroffen worden. Anschließend seien die Täter geflüchtet.

Der Bundespolizist war für den Schutz der deutschen Botschafterin Carola Müller-Holtkemper zuständig, die erst seit kurzer Zeit auf Posten in Sanaa ist. Die Diplomatin hielt sich während des Überfalls aber nicht im Jemen auf.

Kurz nachdem der Leibwächter erschossen wurde, entführten Unbekannte im Norden von Sanaa einen Mitarbeiter des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) aus Sierra Leone. Nach Informationen der
jemenitischen Nachrichtenwebsite «Barakish.net» handelt es sich um die gleichen Männer, die zuvor den Deutschen getötet hatten. Dies wurde von offizieller Seite zunächst nicht bestätigt.