Gewerkschaften bestreiken wieder Kitas

Wegen neuer Warnstreiks haben viele Eltern auf die gewohnte Betreuung ihrer Kinder in Kitas verzichten müssen. Mit den Ausständen und Kundgebungen verliehen die Gewerkschaften ihren Forderungen für die laufende Tarifrunde für Bund und Kommunen Nachdruck.

Gewerkschaften bestreiken wieder Kitas
Jan Woitas Gewerkschaften bestreiken wieder Kitas

Zwar waren Kitas erst im vergangenen Jahr von wochenlangen Streiks betroffen. Damals ging es aber um die spezielle Gehaltstabelle für den Sozial- und Erziehungsdienst. Nun ist der Bereich von den regulären Tarifverhandlungen wieder mitbetroffen.

Aktionen gab es vor allem Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im niedersächsischen Peine etwa blieben am Morgen sieben staatliche Kitas geschlossen. In Sachsen legten etwa 60 Angestellte der Stadt Leipzig sowie städtische Mitarbeiter in Chemnitz für einige Stunden die Arbeit nieder.

Vor dem Münchner Rathaus demonstrierten bei einer Aktion «Weckruf» nach Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 300 Mitarbeiter. Weitere Warnstreiks hatte die Gewerkschaft unter anderem für Nürnberg, Augsburg, Bayreuth, Marktredwitz, Regensburg und Schwandorf angekündigt. Betroffen seien neben den Stadtverwaltungen auch Kliniken und Stadtwerke sowie Einrichtungen des Bundes.

Hunderte städtische Beschäftigte traten in Mainz in einen mehrstündigen Warnstreik. 11 der 52 städtischen Kitas schlossen schon mittags. Einen Notdienst gab es nicht. Neben Erzieherinnen und Erziehern beteiligten sich auch Mitarbeiter der Müllabfuhr und weitere Beschäftigte der Stadtverwaltung am Warnstreik.

Verdi, der Beamtenbund dbb und die Gewerkschaft GEW fordern bundesweit sechs Prozent mehr Lohn und wehren sich gegen eine Kürzung der Altersversorgung. Die zweiten Runde der Tarifverhandlungen findet am 11. und 12. April in Potsdam statt.