Gewinn bei BMW schrumpft trotz steigender Autoverkäufe

Obwohl das Autogeschäft bei BMW weiter rund läuft, müssen die Münchner einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Während der Umsatz im dritten Quartal zulegte, schrumpfte der Gewinn um 1,2 Prozent auf 1,314 Milliarden Euro.

Das teilte der Konzern am Dienstag mit. Die Gründe dafür finden sich aber überwiegend abseits des Autogeschäfts. So zahlten die Münchner vor allem in den USA mehr Steuern und mussten unter anderem ihre Beteiligung an dem angeschlagenen Partner SGL deutlich abwerten. Mit dem Kohlefaserhersteller, dessen Aktie im dritten Quartal um rund ein Drittel eingebrochen war, produziert BMW Karbon für die Karosserie seiner Elektroautos i3 und i8.

Ohne diese Effekte kletterte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 17 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro und damit stärker als von Experten erwartet. Denn vor allem das SUV-Modell X5 verkaufte sich sehr gut.

Der Absatz der Marke BMW insgesamt kletterte um 6,9 Prozent auf 433 145 Fahrzeuge. BMW liegt damit weiter vor der Konkurrenz von Audi und Daimler. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 19,6 Milliarden Euro. Bei Investoren stießen die Zahlen auf Skepsis: BMW-Aktien fielen im Tagesverlauf über zwei Prozent.

Für das Jahresende machte BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner aber wieder Mut. Weil derzeit eine ganze Reihe neuer Modelle zu den Händlern rollt, rechnet er im vierten Quartal mit einem Höchstwert bei den Verkaufszahlen. Damit dürfte auch wieder eine dicker Batzen Bargeld in die Konzernkassen fließen. Zwischen Juli und September hatte BMW noch viel Geld für das Hochfahren der Produktion ausgegeben. Gleichzeitig stehen für die Schlussmonate nochmals hohe Ausgaben ins Haus, weil viele Projekte abgeschlossen werden.

Dazu kommt die weiterhin schwierige Lage auf dem Heimatkontinent. Dort kämpfen die Hersteller mit teils harten Bandagen um die wenigen Neukunden - und räumen dabei nach wie vor Rabatte ein.

Insgesamt verschob sich der Modellmix bei BMW im Sommer etwa durch den Anlauf des neuen Mini aber hin zu kleineren Autos. Diese werden immer wichtiger, denn sie helfen BMW dabei, die CO2-Auflagen in der Europäischen Union einzuhalten - spülen aber weniger Gewinn in die Kassen.

Beim Elektroauto i3 wurde im September die Marke von 10 000 verkauften Fahrzeugen seit Jahresanfang überschritten. Vom BMW i8 - das Fahrzeug wird seit Juni an Kunden ausgeliefert - wurden bis Ende September 341 Autos verkauft. Der Grund für die geringen Stückzahlen bei den Elektroautos sei aber keine mangelnde Nachfrage, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer. BMW komme mit der Produktion nicht hinterher. Die Wartezeit liege für Kunden zwischen vier und sechs Monaten, was eigentlich zu lang sei. Für das kommende Jahr gab sich der BMW-Chef aber optimistisch: «Wir erwarten mehr Verkauf.»