Gewinneinbruch bei Lanxess

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat wegen der anhaltenden Schwäche in der Auto- und Reifenindustrie sein Ertragsziel für 2014 aufgegeben. Im laufenden Jahr rechnet er mit einem Ertragseinbruch.

Gewinneinbruch bei Lanxess
Jan Woitas Gewinneinbruch bei Lanxess

Konzernchef Axel Heitmann kündigte deshalb eine Überprüfung der Strategie an. Die Ergebnisse will er Mitte September vorstellen. «Die Rahmenbedingungen für unsere Geschäfte bleiben schwierig und die angespannte Stimmung in Europa zeigt sich nun auch in anderen für uns wichtigen Märkten wie China und Brasilien», erklärte Heitmann in Köln. Die Börse reagierte mit deutlichen Kursverlusten von knapp drei Prozent am Morgen.

Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von Synthesekautschuk und damit besonders abhängig von der Auto- und Reifenindustrie. Das Unternehmen beschäftigt weltweit knapp 17 500 Mitarbeiter.

Im ersten Halbjahr blieb das Geschäft mau. «Die Ergebnisse im ersten Halbjahr entsprechen nicht unseren hohen Erwartungen», erklärte Heitmann. Im zweiten Quartal sackte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten im Jahresvergleich um gut 45 Prozent auf 198 Millionen Euro ab. Der Umsatz sank um 11,7 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro, und der Gewinn unter dem Strich brach um knapp 95 Prozent auf 9 Millionen Euro ein. Lanxess sieht für die zweite Jahreshälfte keine grundlegende Verbesserung der Lage.

Der Konzern steuere bereits mit einem flexiblen Anlagenmanagement und strikter Kostendisziplin dagegen, sagte Heitmann. Auch das Investitionsbudget sei zuletzt leicht auf 600 Millionen Euro reduziert worden. Derzeit arbeite der Konzern aber zusätzlich an einer Überprüfung der Strategie. Dazu zählten sowohl kurzfristige und nachhaltige Kostensenkungen, weitere Effizienzsteigerungen sowie strukturelle Veränderungen. Ergebnisse will Heitmann Mitte September vorstellen.

Für 2014 sei ein Ebitda vor Sondereffekten von 1,4 Milliarden Euro wie bisher geplant nicht mehr realistisch, sagte Heitmann. Auch bei einer erwarteten Nachfrageerholung im kommenden Jahr dürfte dieser Wert nicht erreicht werden. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem scharfen operativen Ergebnisrückgang. Das Ebitda vor Sondereffekten dürfte 2013 zwischen 700 und 800 Millionen Euro liegen. «Mögliche Wertberichtigungen auf Vorräte sind dabei nicht berücksichtigt», sagte Heitmann. Damit konkretisierte er bisherige Angaben. Die Kölner hatten zuletzt von einem Wert «unter einer Milliarde Euro» gesprochen.

An dem mittelfristigen Ziel für 2018 hielt Lanxess fest. Heitmann bezeichnete es nun aber als «herausfordernder». Das operative Ergebnis soll nach den Planungen 2018 auf 1,8 Milliarden Euro klettern. 2012 hatte der Konzern operativ noch 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.