Gewinnmitnahmen belasten den Dax

Nach der Einigung im US-Haushaltsstreit haben die Anleger am Donnerstag im Dax Gewinne mitgenommen und damit für leichte Verluste gesorgt. Der Leitindex schloss mit einem Minus von 0,38 Prozent und ging mit 8811,98 Punkten aus dem Handel.

Die Anleger hatten bereits am Mittwoch auf eine Beilegung des Konflikts gesetzt und dem Leitindex zu einem Rekordschlussstand verholfen. Der MDax schloss am Donnerstag hingegen mit einem Plus von 0,19 Prozent auf 15 479,13 Punkte und erzielte damit abermals einen Rekord. Der TecDax gab um 0,10 Prozent auf 1097,17 Punkte nach.

Der deutsche Leitindex hatte am Morgen seine Verluste ausgeweitet, nachdem die chinesische Ratingagentur Dagong die Kreditwürdigkeit der USA gesenkt hatte. Gemischt ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA sorgten dann am Nachmittag kurzzeitig für ein Auf und Ab. So waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche weniger gesunken als erwartet. Unterstützung gab es hingegen vom besser als erwartet ausgefallenen Philly-Phed-Index, der das Geschäftsklima in der Region Philadelphia misst.

Der US-Kongress hatte sich nach wochenlangem Streit darauf geeinigt, das Schuldenlimit der USA vorübergehend bis zum 7. Februar anzuheben. Die Regierung, die seit mehr als zwei Wochen ohne verabschiedeten Haushalt arbeitet, erhält zudem einen Übergangsetat bis zum 15. Januar.

Das US-Fiskaldrama aber scheine in den Kursen jetzt abgehakt, sagten Börsianer. Die Märkte wendeten sich nun wieder der Frage zu, wie es mit der Geldpolitik der US-Notenbank Fed weitergehe, schrieb Jens Klatt vom Marktanalysten Daily FX. Weil es noch keine dauerhafte Lösung des Konflikts um die Schuldenobergrenze gebe und dies die US-Wirtschaft belasten könnte, habe die Fed einen Grund, noch länger an ihrem unbegrenzten Anleihekaufprogramm QE3 festzuhalten. Toby Nangle von der US-Fondsgesellschaft Threadneedle Investments schätzt, dass die Zentralbank ihre Ankäufe frühestens im März 2014 zurückfahren könnte.

Die sehr lockere Geldpolitik der Fed wird als Auslöser des aktuellen Höhenfluges an des Börsen gesehen. Die obersten Währungshüter der USA haben zwar angekündigt, die Anleihenkäufe zurückzufahren, den genauen Zeitpunkt hierfür aber bisher offen gelassen.

Unter den Einzelwerten am Frankfurter Börsenparkett rutschten Eon-Aktien nach einer Verkaufsempfehlung der schweizerischen Großbank UBS mit minus 3,02 Prozent auf 13,81 Euro an das Dax-Ende. Die jüngste Kurserholung werde nicht von den Fundamentaldaten unterstützt, schrieb Analyst Patrick Hummel.

Telekom-Titel büßten als zweitschwächster Dax-Wert 1,84 Prozent ein. Nach einer Phase überdurchschnittlicher Kursentwicklung seien die Titel ausreichend hoch bewertet, meinte der Experte Emmet Kelly von der US-Investmentbank Merrill Lynch.

Tagesverlierer im MDax waren Hochtief mit minus 4,49 Prozent auf 62,54 Euro. Der Kurs des Essener Baukonzerns war nach Gerüchten über eine bevorstehende Gewinnwarnung bei der australischen Tochter Leighton kräftig abgebröckelt.

Die Titel des Handelskonzerns Metro legten angesichts erfreulicher Umsatzzahlen des französischen Branchenkollegen Carrefour eine Berg- und Talfahrt hin, mit einem Kursplus von 1,43 Prozent landeten sie am Ende im oberen Drittel des Index. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,17 Prozent tiefer bei 3010,39 Punkten. Die Leitindizes in London und Paris schlossen kaum verändert. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit rund 0,30 Prozent im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,56 Prozent am Vortag auf 1,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 133,01 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,23 Prozent auf 139,66 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3662 (Mittwoch: 1,3561) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7320 (0,7374) Euro.