Gewinnmitnahmen drücken Dax nach Rekordjagd ins Minus

Nach der jüngsten Rekordjagd hat der Dax am Dienstag nachgegeben. Gegen Mittag stand der deutsche Leitindex 0,43 Prozent tiefer bei 9186 Punkten. Zum Wochenauftakt hatte er sowohl im Verlauf als auch auf Schlussbasis neue Rekordhochs markiert.

Der MDax verlor am Dienstag 0,68 Prozent auf 16 105 Punkte, während der TecDax um 0,99 Prozent auf 1146 Punkte nachgab. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,82 Prozent auf 3056 Punkte nach unten.

Verhaltene Vorgaben der Übersee-Börsen und erneute Spekulationen um Zeitpunkt und Umfang einer Straffung der konjunkturstützenden US-Geldpolitik sorgten für Gewinnmitnahmen, schrieb Investmentanalystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg. Sie verwies auf Berichte, denen zufolge sich der Chef der New Yorker Notenbank, William Dudley, optimistischer als bisher über die amerikanischen Konjunkturaussichten geäußert hat. Die ZEW-Konjunkturerwartungen halfen dem Index trotz eines Vierjahreshochs nicht.

Im Dax gewannen die Infineon-Titel 0,56 Prozent. Händlern zufolge gibt es Spekulationen, dass Investoren auf eine Zerschlagung des Halbleiterunternehmens drängen könnten. Starke Zahlen von Easyjet verhalfen den Lufthansa-Titeln zu Kursgewinnen von 0,10 Prozent. Dagegen büßten die Aktien von K+S am Dax-Ende 3,25 Prozent ein, nachdem die US-Ratingagentur Standard & Poor's die Bonität des Salz- und Düngerherstellers gesenkt hatte.

Prozentual unverändert zeigten sich die Aktien der Deutschen Börse nach einem Bericht über ein Interesse am Konkurrenten Euronext. Außerdem sollen die London Stock Exchange und Nasdaq OMX für die europäische Sparte der transatlantischen Börse NYSE Euronext bieten wollen. Die New Yorker Börse muss sich nach ihrer Übernahme durch den US-Rivalen Intercontinental Exchange von der Euronext trennen.