GfK: «Steuererhöhungen drücken auf Konsumstimmung»

Geplante Steuererhöhungen, wie sie die SPD bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin fordert, stoßen bei Konsumforschern auf große Vorbehalte. «Steuererhöhungen drücken immer auf die Konsumstimmung», warnte der Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Rolf Bürkl.

GfK: «Steuererhöhungen drücken auf Konsumstimmung»
Tim Brakemeier GfK: «Steuererhöhungen drücken auf Konsumstimmung»

«Verbraucher befürchten bei jeder Steuererhöhungsdiskussion sofort eine höhere finanzielle Belastung - egal, ob sie am Ende davon selbst betroffen sind oder nicht», gab Bürkl in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa zu bedenken. Die GfK veröffentlicht heute ihre monatliche Konsumklimastudie.

Unabhängig von der subjektiven Wahrnehmung der Verbraucher verringerten Steuererhöhungen zumindest für einen Teil der Bevölkerung immer das verfügbare Einkommen. «Und zwischen dem verfügbaren Einkommen und dem Konsum gibt es eine enge Korrelation», sagte Bürkl. Würden aber Verbraucher ihren Konsum einschränken, würde sich das über kurz oder lang auch auf das Bruttoinlandsprodukt auswirken. «Es könnte sein, dass dann der Anteil des privaten Konsums am Bruttoinlandsprodukt sinkt». Derzeit liege dieser Anteil bei 57 bis 58 Prozent, sagte Bürkl.

Auch der von der SPD geforderte gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde stößt bei dem Konsumforscher nur auf eingeschränkte Zustimmung. «Aus der Sicht der Verbraucher ist das erst einmal gut. Trotzdem muss man dabei auch die mittel- und langfristigen Effekte untersuchen», sagte Bürkl. Kurzfristig werde ein solcher Mindestlohn für höhere Einkommen sorgen. «Wenn dadurch aber langfristig Arbeitsplätze verloren gehen, weil die Lohnkosten sich für bestimmte Dienstleistungen nicht mehr rechnen, könnte das negativ auf die Konsumstimmung durchschlagen», warnte Bürkl.

Insgesamt rechnet Bürkl aber vorerst mit einem stabilen Konsumklima. Die aktuelle Entwicklung werde sich aller Voraussicht nach 2014 fortsetzen. Der Konsumforscher gründet seinen Optimismus vor allem auf das für 2014 erwartete Wirtschaftswachstum, das mit 1,8 Prozent deutlich über der Wachstumsrate von 2013 liegen dürfte. Damit werde sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt wieder aufhellen, erwartet er. Und solange die Menschen von einem sicheren Arbeitsplatz ausgehen könnten, seien sie auch zu größeren Anschaffungen bereit. Hinzu kämen die für 2014 erwarteten Lohn- und Gehaltserhöhungen von durchschnittlich drei Prozent.