Gini-Koeffizient: Soziales Gefälle in Brasilien groß

Im Kampf gegen Hunger und Armut konnte Brasilien seit der Jahrtausendwende so manchen Erfolg verzeichnen - doch das soziale Gefälle ist weiterhin groß.

Gini-Koeffizient: Soziales Gefälle in Brasilien groß
Soeren Stache

So ging der Anteil der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze zwischen 2002 und 2009 von 38,3 auf 23,9 Prozent zurück, die Zahl der Betroffenen sank von 68 auf 44 Millionen.

Nach Angaben der Konrad-Adenauer-Stiftung gelang zugleich 35 Millionen Brasilianern der Aufstieg in die Mittelschicht, zu der inzwischen mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung von rund 200 Millionen zählen. Die Arbeitslosenquote ist seit Jahren rückläufig.

Eine positive Entwicklung nahm Brasilien auch mit Blick auf den Abbau extremer Einkommensunterschiede. Nach offiziellen Angaben ist das Einkommen der ärmsten zehn Prozent zwischen 1999 und 2009 viermal so stark gestiegen wie das der reichsten Schicht - je höher das Einkommen, desto niedriger war die Wachstumsrate und umgekehrt. Die Lücke zwischen Armen und Reichen hat sich also zu schließen begonnen.

Dennoch ist Brasiliens Gini-Koeffizient, ein statistisches Maß für die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen in einer Volkswirtschaft, nach wie vor einer der höchsten weltweit. Noch ungleicher verteilt ist der Wohlstand in Ländern wie Südafrika, Namibia, Haiti oder Kolumbien. Auf der anderen Seite stehen Schweden, Dänemark, Österreich oder Deutschland, wo die Unterschiede bei Einkommen und Vermögen erheblich geringer sind als in Brasilien.