Gladbach hofft auf baldige Europacup-Rückkehr

Allzu lange wollten sich Trainer Lucien Favre und seine Spieler mit dem unglücklichen Aus gegen den Titelverteidiger nicht beschäftigen.

Gladbach hofft auf baldige Europacup-Rückkehr
Jonas Güttler Gladbach hofft auf baldige Europacup-Rückkehr

Die «insgesamt sehr positive Europa-League-Saison» (Favre) hat bei Borussia Mönchengladbach die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr ins internationale Geschäft geweckt - womöglich dann sogar eine Etage höher. «Wir müssen jetzt regenerieren, gegen Paderborn wieder Gas geben und einen Dreier holen, um oben dran zu bleiben», sagte Verteidiger Martin Stranzl nach dem 2:3 (2:2) gegen den FC Sevilla und richtete gleich den Blick auf das Alltagsgeschäft in der Bundesliga.

Als Tabellendritter haben die Gladbacher beste Chancen, sogar erstmals in der Vereinsgeschichte die direkte Teilnahme an der Champions League zu erreichen. So könnte das Aus gegen den Cupverteidiger aus Andalusien seine positiven Seiten haben. «Vielleicht tut uns das ganz gut. Wir können uns jetzt auf die Bundesliga konzentrieren», betonte Abwehrspieler Alvaro Dominguez.

Gleichwohl hätte die Borussia ihre überaus erfolgreiche Europa-Tour - in der Gruppenphase war die Mannschaft ohne Niederlage geblieben - gerne noch etwas fortgesetzt. Einige dumme Abwehrfehler kosteten aber den erstmaligen Achtelfinal-Einzug seit 1995. In einem turbulenten Zwischenrunden-Rückspiel wurde die Favre-Elf bei drei Kontern bitter bestraft. Treffer von Carlos Bacca (8. Minute) und zweimal Vitolo (26. und 79.) versetzten den Gladbachern vor 45 337 Zuschauern im Borussia-Park den K.o. Granit Xhaka (19.) und Thorgan Hazard (30.) schafften zwar zwischenzeitlich den Ausgleich, zu mehr reichte es trotz deutlicher Feldüberlegenheit aber nicht mehr.

«Wir müssen unsere Erfahrungen daraus ziehen», sagte Favre. Trotz 75 Prozent Ballbesitz hatte es gegen Sevilla nicht gereicht. Es war wohl die fehlende Cleverness, die den Ausschlag gab. «Spielerisch waren wir in beiden Spielen besser. Daraus müssen wir lernen. Nach dem 2:2 war noch alles möglich.»

Vor zwei Jahren, als die Gladbacher ebenfalls in der Zwischenrunde ausschieden, war die Angelegenheit noch eindeutiger. Gegen Lazio Rom war die Borussia damals chancenlos gescheitert.

Drei Tage haben die Gladbacher nun Zeit, den Rückschlag zu verdauen. Ein Sieg gegen Aufsteiger SC Paderborn, und der Vorsprung zur Konkurrenz im Rennen um die Champions-League-Plätze könnte weiter ausgebaut werden.